Wohn-Riester: Immobilienfinanzierung mit staatlicher Förderung

Wohn-Riester: Immobilienfinanzierung mit staatlicher Förderung

 

Sie interessieren sich für Wohn-Riester? Die sogenannte Eigenheimrente können Sie nutzen, um eine Immobilie zu kaufen oder zu bauen, ein Darlehen zu tilgen, Genossenschaftsanteile zu erwerben oder Ihr Wohneigentum barrierearm umzubauen. Was Sie dabei beachten müssen, erfahren Sie hier.

 

Allgemeine Voraussetzungen für Wohn-Riester

  • Sie wohnen selbst in der Immobilie.
  • Sie sind Eigentümer*in oder Miteigentümer*in der Immobilie.
  • Ihre Immobilie befindet sich in der Europäischen Union (EU) oder im Europäischen Wirtschaftsraum (EU plus Island, Liechtenstein und Norwegen).

 

Mit Riester eine Immobilie kaufen oder bauen

Wenn Sie Ihr Riester-Guthaben einsetzen wollen, um ein Eigenheim zu kaufen oder zu bauen, ist das möglich. Dadurch, dass Sie selbst in der Wohnung oder dem Haus leben werden, sichern Sie sich eine Altersvorsorge in Form von mietfreiem Wohnen und das unterstützt der Staat.

Folgende Voraussetzungen müssen hierfür erfüllt sein:

  • Sie müssen Ihre Immobilie selbst und zu Wohnzwecken nutzen. Das heißt, Sie müssen selbst darin wohnen. Räume, die Sie beispielsweise als Arbeitsräume nutzen, werden nicht als Wohnfläche anerkannt.
  • Sie müssen Eigentümer*in oder Miteigentümer*in der Immobilie sein.
  • Ihr Eigenheim befindet sich in der EU oder im Europäischen Wirtschaftsraum.
  • Ihnen sind für den Kauf oder Bau Ihrer Immobilie nachweislich Kosten entstanden.
  • Die Mindestauszahlungshöhe beträgt 3.000 Euro.

 

Bewohnen Sie nur einen Teil Ihrer Wohnung, weil der Rest zum Beispiel vermietet ist oder Sie ein Zimmer als Arbeitszimmer nutzen, können wir nur die Kosten berücksichtigen, die für den Teil der von Ihnen als Wohnung genutzten Fläche entstanden sind.

Möchten Sie Ihr Haus oder Ihre Wohnung umbauen, modernisieren oder sanieren, können Sie leider nicht auf Ihren Riester-Vertrag zurückgreifen, da diese Maßnahmen nicht den Zweck der Alterssicherung erfüllen.

 

Tilgung eines Darlehens mit Wohn-Riester

Haben Sie ein Darlehen für den Kauf oder Bau Ihrer Wohnimmobilie aufgenommen? Auch hierfür können Sie Wohn-Riester nutzen. So können Sie zum Beispiel Geld für die jährliche Sondertilgung entnehmen, wenn Ihr Darlehensvertrag das zulässt. Auch zum Ende der Zinsbindung Ihres Darlehens können Sie das Kapital nutzen, um einen Teil des Darlehens abzulösen. Dann fällt die Darlehenssumme für die Anschlussfinanzierung geringer aus.

Auch hier gilt: Darlehen für Aus- oder Anbauten sowie Modernisierungs- oder Sanierungsarbeiten können nicht mit Ihrem Riester-Guthaben getilgt werden.

Die Mindestauszahlungshöhe beträgt auch bei der Darlehenstilgung 3.000 Euro.

 

Erwerb von Genossenschaftsanteilen

Sie wollen Pflichtanteile an einer eingetragenen Genossenschaft erwerben, um als Mitglied günstigere Wohnungen der Genossenschaft zu mieten? Dann können Sie auf Ihr Riester-Guthaben zurückgreifen. Der Erwerb von weiteren Genossenschaftsanteilen über den Pflichtanteil hinaus wird nicht mit Hilfe von Wohn-Riester gefördert.

Ihr Riester-Vertrag unterstützt Sie beim Kauf der Pflichtanteile. Mit einer Auszahlung in Höhe von mindestens 3.000 Euro können Sie sich mit dieser Form von Wohn-Riester-Förderung ein lebenslanges Wohnrecht in einer Genossenschafts-Wohnung sichern.

Haben Sie bereits ein Darlehen aufgenommen, um die Anteile zu erwerben? Dann können Sie Ihr Riester-Guthaben auch für die Tilgung dieses Darlehens einsetzen.

 

Altersgerechter und barrierefreier Umbau

Planen Sie den barrierearmen Umbau Ihrer Wohnung oder Ihres Hauses, damit Sie auch im Alter eigenständig wohnen können? Auch hierfür können Sie Geld aus Ihrem Riester-Vertrag entnehmen. Besitzen Sie Ihre Wohnung länger als drei Jahre, sollte die Umbausumme mindestens 20.000 Euro betragen. Sie haben die Wohnung vor weniger als drei Jahren erworben oder gebaut? Dann beträgt die Mindestsumme für die Umbaukosten nur 6.000 Euro.

Eine Tilgung von Darlehen, die für den altersgerechten Umbau aufgenommen wurden, ist mit Hilfe von Wohn-Riester allerdings nicht möglich.

 

So wird Wohn-Riester verzinst und besteuert

Riester wird normalerweise dann vom Staat besteuert, wenn Sie in den Ruhestand gehen und Ihr Anbieter beginnt, Ihnen die Riester-Rente auszuzahlen. Bei Wohn-Riester erhalten Sie jedoch schon vor Eintritt in die Rente Geld aus Ihrem Riester-Vertrag. Für die nachträgliche Besteuerung ab Renteneintritt gibt es deshalb das sogenannte Wohnförderkonto.

Auf dieses fiktive Konto buchen wir den ausgezahlten Betrag oder die geförderten Tilgungsleistungen ein. Bis zum Beginn der Rentenphase Ihres Riester-Vertrages wird das Guthaben auf dem Wohnförderkonto jährlich mit 2 Prozent verzinst. Zum vertraglich vereinbarten Rentenbeginn erhalten Sie von der ZfA einen Bescheid über den insgesamt zu versteuernden Betrag. Die Höhe des Betrags, den Sie jährlich bis zu Ihrem 85. Lebensjahr in der Steuererklärung angeben müssen, steht ebenfalls in diesem Bescheid.

Beispiel

Ihr Anbieter hat Ihnen am 1. Mai 2018 einen Betrag in Höhe von 5.000 Euro aus Ihrem Riester-Vertrag für den Kauf eines Hauses ausgezahlt. Dann landet dieser Betrag fiktiv auf Ihrem Wohnförderkonto. Beginnt die Rentenphase Ihres Riester-Vertrages im Jahr 2030, wird bis zu diesem Zeitpunkt Ihr Wohnförderkonto im Jahr mit zwei Prozent verzinst.

Zu Beginn der Rentenphase Ihres Riester-Vertrages wird der gesamte auf dem Wohnförderkonto befindliche Betrag für die Besteuerung zugrunde gelegt. Es gibt zwei Möglichkeiten, den Betrag zu versteuern:

  1. Sie geben den gesamten auf dem Wohnförderkonto befindlichen Betrag in Ihrer Steuererklärung an und besteuern diesen einmalig. Dafür wird Ihnen ein Rabatt von 30 Prozent gewährt, so dass nur 70 Prozent des Betrags auf Ihrem Wohnförderkonto besteuert werden.
  2. Der Betrag auf dem Wohnförderkonto wird gleichmäßig bis zu Ihrem 85. Geburtstag aufgeteilt. Sie geben dann jährlich in Ihrer Steuererklärung den Jahresbetrag an und nur dieser wird besteuert. Der Rabatt von 30 Prozent entfällt bei dieser Variante der Besteuerung. Sie können sich jederzeit dazu entscheiden, den noch offenen Betrag einmalig zu versteuern.

 

 

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