Wildunfall – Wild im Wald: Aufgepasst bei Unfällen mit Hirsch und Co.

 

Im Herbst herrscht ein reges Treiben im Wald, denn dann beginnt die Brunft der Hirsche. Für Naturbeobachter und Förster eine sehr spannende Zeit – Autofahrer hingegen müssen in den kommenden drei Monaten besonders Acht geben, wenn sie in der Dämmerung unterwegs sind.

 

Was tun, wenn plötzlich ein Reh mitten auf der Straße steht? Die meisten Autofahrer handeln instinktiv, versuchen auszuweichen und kollidieren im schlimmsten Fall mit einem Baum. Doch selbst, wer sich an die Anweisungen aus der Fahrschule erinnert – abblenden, hupen und möglichst die Spur halten –, kommt beim Zusammenstoß mit dem Tier nicht um einen Fahrzeugschaden herum.

Während im Jahr 2019 laut Gesamtverband der Deutschen (GDV) die Anzahl der Wildunfälle ein Rekordhoch erreichten und auch die Gothaer mit 3.724 gemeldeten Schäden einen Zuwachs um 18 Prozentpunkte im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete, sind die Zahlen im vergangenen Jahr etwas rückläufig: 2020 ist die Zahl der bei der Gothaer gemeldeten Wild-Unfälle im Vergleich zum Vorjahr um 10,6 Prozentpunkte auf 3.328 gesunken – das lag möglicherweise am geringeren Verkehrsaufkommen während des Lockdowns.

Doch wenn es einmal gekracht hat, wird es in der Regel teurer als früher. Den Grund dafür kennt Gothaer Kfz-Experte Armin Eckert: „Die einzelnen Kaskoschäden werden deutlich teurer, weil die Autos technisch immer ausgereifter sind – zum Beispiel durch Bordelektronik, Sensoren und Kameras.“

 

 

Kfz-Versicherung regelt Autoschäden

Wer eine gute Versicherung hat, muss sich aber keine Sorgen um die Kosten machen. Während noch einige Anbieter in der Teilkaskoversicherung nur Schäden durch sogenanntes „Haarwild“, also Rehe, Hirsche und Wildschweine, abdecken, versichern andere Anbieter wie die Gothaer den Zusammenstoß mit Tieren aller Art.

Was also tun im Fall der Fälle? Nach einem Unfall sollte die Polizei verständigt und die Schäden mit Fotos dokumentiert werden. Wichtig ist, dass nichts verändert oder angefasst wird. Eine Wildunfallbescheinigung sollte man sich direkt von der Polizei, vom Förster oder dem Jagdpächter ausstellen lassen. Der Kfz-Versicherer kümmert sich anschließend um den Rest. Zu beachten gilt auch: Kommt es bei einem Ausweichmanöver zu einem Unfall, oder wurde vor Schreck das Fahrzeug in den Straßengraben gelenkt, so muss bewiesen werden, dass das Manöver einen größeren Schaden verhindert hat. Für einen umfassenden Schutz ist daher der Abschluss einer Vollkaskoversicherung empfehlenswert. Dann greift der Versicherungsschutz auch bei Wildunfällen, die nicht über die Teilkasko abgedeckt werden oder falls der Wildunfall nicht nachgewiesen werden kann.

 

 

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Roland Richert
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