Wie Eltern beim Immobilienkauf helfen können

Die eigenen vier Wände erscheinen vielen jungen Leuten heute fast unerreichbar: Die Preise steigen, es fehlt an Eigenkapital. Finanzielle Unterstützung durch die Eltern kann die Chancen verbessern. Dabei gibt es für eine Starthilfe mehr Möglichkeiten als ein Geldgeschenk.

 

Über 25 Jahres­netto­mieten muss man durch­schnittlich für den Wohnungs­kauf aufbringen, hat der Postbank Wohn­atlas ermittelt. Käufer brauchen in der Regel mindestens 20 Prozent der Kauf­summe an Eigen­kapital. Wenn junge Leute eine Finanz­spritze aus der Familie erhalten, können sie diese Hürden leichter nehmen. Eltern sollten bei Schenkungen aber den Steuer­frei­betrag von 400.000 Euro beachten.

 

Finanzspritze aus Hypothek

In vielen Familien dürften die Spiel­räume dafür eng sein, doch es gibt auch noch andere Möglich­keiten. Option eins: In der Generation der 60- bis 69-Jährigen besitzen über 60 Prozent eine Immobilie. Eltern können einen Wert­anteil ihres Wohn­eigen­tums als Sicherheit in die Bau­finanzierung der Kinder einbringen. „Der Vorteil für junge Käufer besteht darin, dass Banken durch die Zusatz­sicherheit den Darlehens­zinssatz senken können“, erläutert Jan Ebert von der BHW Bausparkasse. Bei Hilfe-Option zwei nehmen die Eltern eine Hypothek auf ihre Immobilie auf. Sie stellen den jungen Leuten den entsprechenden Geld­betrag zur Verfügung, sodass sich ihr Kredit­bedarf reduziert. Per Vertrag können beide Parteien Raten­zahlungen vereinbaren.

 

Bleibt in der Familie

Rund 25 Millionen Bauspar­verträge liegen hier­zulande in den Schubläden – was zu Option drei führt: „Eltern können ihren Bauspar­vertrag auf das Kind übertragen“, so der BHW Experte. „Dies gilt für die angesparte Summe und den Anspruch auf das zinsgünstige Darlehen.“ Im Falle eines Neubaus oder von Sanierungs­maßnahmen haben Eltern schließlich noch eine weitere Möglichkeit: Wenn sie Eigen­leistungen beim Bau einbringen, rechnet die Bank diese Hilfe an und die Kinder können fünf bis zehn Prozent der Darlehens­summe einsparen.

 

Finanzierung

Die Preise für Häuser und Wohnungen sind jahre­lang gestiegen. Doch der Zeit­punkt für den Kauf eines Eigenheims ist dank nied­riger Zinsen immer noch günstig.

Print Friendly, PDF & Email

More to explorer

Bauzinsen steigen weiter, was Experten Dir jetzt raten

Angesichts der extrem hohen Inflation bleibt die Europäische Zentralbank (EZB) unter starkem Druck, die Geldpolitik weiter zu straffen. Der kommende Zinsentscheid wirkt sich schon im Vorfeld auf die Baufinanzierungszinsen aus: Sie sind in den letzten Wochen deutlich weiter angestiegen – und mittlerweile mehr als viermal so hoch als Anfang des Jahres.

Print Friendly, PDF & Email

Wie Verbraucher Stromkosten beim E-Auto sparen können

Die Stromkosten für Privathaushalte in Deutschland sind stark gestiegen: Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft lag der durchschnittliche Strompreis für einen Haushalt im Juli 2022 bei 37,30 Cent pro Kilowattstunde – Tendenz steigend.

Print Friendly, PDF & Email
X