Verbraucher beschweren sich über das Online-Reisebuchungsportal „opodo“

Verbraucherbeschwerden bei den Europäischen Verbraucherzentren Deutschland und Österreich über das britische Online-Reisebuchungsportal opodo.

Angezeigter Preis bei Buchung gilt letztlich nur für opodo-Prime-Mitglieder

Wer einen Flug auf opodo.de bucht, bekommt während des ganzen Vorgangs einen vergünstigten Preis angezeigt. Der Haken: Der günstige Preis bleibt opodo-Prime-Mitgliedern vorbehalten. Der Mitgliedsbeitrag liegt bei 74,99 Euro pro Jahr. Wer den Normalpreis für Nicht-Mitglieder sehen möchte, muss auf „Alle Preise anzeigen“ klicken, was in Farbe und Schriftgröße aber unauffällig gehalten ist, sodass viele Verbraucher nur den Prime-Preis wahrnehmen und wählen.

Hinweis für den Verbraucher nur schwer ersichtlich

Sabine Blanke, Juristin beim Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland, sagt: „Der Hinweis, dass der Rabatt nur bei gültiger Prime-Mitgliedschaft zählt, ist für den Verbraucher schwer ersichtlich. Er erscheint zwar nochmal am Ende der zusätzlich buchbaren Leistungen, auf der Seite, auf der auch Versicherungen und unterschiedliche opodo-Support-Stufen kostenpflichtig angeboten werden. Er ist aber so formuliert, dass Verbraucher nicht erkennen können, dass im nächsten Schritt automatisch auf den höheren Normalpreis gewechselt wird. Die Meldung von opodo, dass die Tarife nur noch für weitere zehn Minuten gehalten werden können, erzeugt Druck, die Buchung schnell abzuschließen. In all der Hektik können viele Verbraucher gar nicht mehr erkennen, wie sich der Preis zusammensetzt und dass sie am Ende den höheren Preis bezahlen.“

Auf Anfrage des EVZ Deutschland erklärte opodo in einer Stellungnahme: „Sowohl Prime als auch Non-Prime Preise werden klar und deutlich im Voraus angezeigt, sodass die Kunden jederzeit die vollen Kosten ihrer Buchung sehen können“.

“Direkt bei der Airline buchen“

„Zur Orientierung und zum Preisvergleich sind Online-Buchungsportale sinnvoll. Auch der Weg ins Reisebüro kann Geld sparen. Preisvergleiche lohnen sich immer. Bei der Buchung ist es aber oftmals vorteilhafter, direkt bei der Airline zu buchen. Und kommt es im Verlauf der Reise zu Problemen, hat man dann auch nur einen Beschwerdegegner, nicht zwei“, erklärt Sabine Blanke. Grundsätzlich spricht nichts gegen die Buchung über einen Vermittler. Verbraucher sollten sich aber im Voraus immer gut über den Anbieter und seine Geschäftspraxis informieren.

Betroffenen Kunden bietet das EVZ Deutschland kostenlose Hilfestellung unter: www.evz.de.

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