Tages- und Nachtpflege

Verhinderungspflege - Ihre Leistungen und Ansprüche

Können Sie die Pflege nicht 24 Stunden durchgehend zu Hause sicherstellen, müssen Sie es nicht gleich ganz aufgeben. Tages- und Nachtpflege können die ambulante Versorgung ergänzen. Oft lässt sich dadurch ein Einzug in ein Heim verhindern oder verzögern.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Anspruch auf Geld für Tages- und Nachtpflege haben Betroffene mit dem Pflegegrad 2 bis 5.
  • Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 1 können für die Kosten den Entlastungsbetrag verwenden.
  • Pflegebedürftige können die Ansprüche auf Tages- und Nachtpflege, Pflegegeld und Pflegesachleistung nach ihrer Wahl miteinander kombinieren.
  • Die Leistungen der Pflegekasse decken die Kosten der Tages- und Nachtpflege nicht vollständig ab.

Was ist die Tages- und Nachtpflege?

Die Tages- oder Nachtpflege gehört zu den sogenannten teilstationären Pflegeleistungen. Die Leistungen kommen vor allem Pflegebedürftigen zugute, die zu Hause versorgt werden. Insbesondere dann, wenn Pflegebedürftige aufgrund körperlicher oder seelischer Beeinträchtigungen außerstande sind, während der Abwesenheit ihrer Pflegeperson allein in ihrer Wohnung zu bleiben.

Das kann verschiedene Gründe haben. Beispielsweise, wenn die Pflegeperson einer (Teil-) Erwerbstätigkeit nachgeht oder die Pflegeperson teilweise entlastet werden muss. Auch wenn nur für einige Stunden am Tag oder in der Nacht eine ständige Beaufsichtigung des Pflegebedürftigen notwendig ist, kann man eine Tagespflege in Anspruch nehmen. Der Pflegebedürftige wird dann in der Regel abgeholt und in einer stationären Einrichtung betreut. Nach der Betreuung wird er wieder nach Hause gebracht.

Welche Kosten übernimmt die Pflegekasse?

Die Pflegekasse übernimmt die Pflegekosten. Hierfür stehen dem Pflegebedürftigen monatlich seit dem 01.01.2017 je nach Pflegegrad 689 EUR (Pflegegrad 2), 1.298 EUR (Pflegegrad 3), 1.612 EUR (Pflegegrad 4) und 1.995 EUR (Pflegegrad 5) zu.

Seit das Pflegestärkungsgesetz I zum 01.01.2015 in Kraft getreten ist, kann man die Tages- und Nachtpflege neben der ambulanten Pflegesachleistung und dem Pflegegeld beanspruchen. Die Leistungen der Tages- und Nachtpflege werden also nicht mehr auf die Pflegesachleistung oder das Pflegegeld angerechnet. Die Leistungen der Tages- / Nachtpflege können daher zusätzlich in Anspruch genommen werden.

Tipp: Ansprüche lassen sich kombinieren

Die Tages- und Nachtpflegeleistungen werden also weder auf die Sachleistung noch auf das Pflegegeld angerechnet.
Pflegebedürftige können die Ansprüche auf Tages- und Nachtpflege, Pflegegeld und Pflegesachleistung nach ihrer Wahl miteinander kombinieren.

Kosten des Transports von der Wohnung zur Einrichtung und zurück sind in den Pflegekosten enthalten. Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie Investitionskosten muss der Gast selbst tragen.

Wer hat einen Anspruch?

Anspruch auf Leistungen der Tages- und Nachtpflege haben seit dem 01.01.2017 alle Pflegebedürftigen, die den Pflegegrad 2 bis 5 erreichen.

Pflegebedürftige mit dem Pflegegrad 1 können den ihnen zustehenden Entlastungsbetrag in Höhe von 125 Euro pro Monat einsetzen. Sie müssen dann die Rechnungen bei der Pflegekasse einreichen. Dann bekommen sie die Kosten, die ihnen durch die Tages- und Nachtpflege entstanden sind, zurückerstattet.

Welche Kosten müssen Pflegebedürftige selber tragen?

Neben den eigentlichen Pflegekosten fallen regelmäßig zusätzlich Kosten für die sogenannten Hotelkosten (z.B. Kosten für die Unterkunft und Verpflegung) oder auch für Investitionskosten an. Diese Kosten muss der Pflegebedürftige selbst tragen. Außerdem muss er auch selbst draufzahlen, wenn die Pflegekosten den monatlichen Leistungsbetrag der Pflegekasse übersteigen.

Allerdings ist es möglich, den Entlastungsbetrag dazu zu verwenden, die Kosten zu decken. Reichen die Leistungen der Pflegekasse dann immer noch nicht, um die Kosten der Tages- und Nachtpflege zu decken, und kann der Pflegebedürftige die Kosten auch aus eigenem Einkommen oder Vermögen nicht selbst tragen, kann Sozialhilfe beantragt werden.

Hinweis: Angehörige sollten den Pflegevertrag niemals in eigenem Namen unterschreiben, sondern immer kenntlich machen, dass Sie als bevollmächtigter Vertreter oder als Betreuer für den Pflegebedürftigen unterzeichnen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass das Sozialamt keine Kosten übernimmt und die Angehörigen selbst für die Kosten der Tages- und Nachtpflege aufkommen müssen.

Vielen Dank an die Verbraucherzentrale