Private Unfall­versicherungen im Vergleich

Unfälle verändern ein Leben oft von Grund auf. Eine private Unfall­versicherung kann die finanziellen Folgen abfedern. In unserem Test finden Sie 112 Tarife im Vergleich.

 

Zum ersten Mal: Auch Vermitt­lertarife im Test

Erst­mals hat die Stiftung Warentest nicht nur die Angebote der Versicherungs­unter­nehmen auf Leistung und Vertrags­bedingungen geprüft, sondern auch spezielle Vermitt­lertarife, die von Vertretern und Maklern angeboten werden. Lese­rinnen und Leser hatten uns gefragt: Lohnt es sich, solche Vermitt­lertarife abzu­schließen? Sind derartige Tarife seriös? Antworten gibt der Vergleich: Vermittler haben zum Teil Spitzen­tarife, zum Teil auch weniger gute Tarife im Angebot.

 

Das bietet der Test Private Unfall­versicherung

Test­ergeb­nisse.
Die Tabelle zeigt die Finanztest-Bewertungen für 112 Policen der privaten Unfallversicherung. Die Tarife der Unfall­versicherung in unserem Vergleich mussten bestimmte Bedingungen erfüllen. Wir haben die Preise für Kinder sowie Berufs­tätige mit nied­rigem beziehungs­weise hohem Risiko ermittelt. Für einen sehr guten umfassenden Versicherungs­schutz müssen Erwachsene mindestens 105 Euro im Jahr zahlen (Kinder: 54 Euro). Die Preis­unterschiede sind sehr groß – und für Versicherte mit Altverträgen lohnt oft ein Wechsel.
Check­liste und Erläuterungen.
Die Experten der Stiftung Warentest erklären, woran Sie die Qualität eines Versicherungs­vertrags erkennen und worauf Sie achten sollten, damit der Versicherer im Ernst­fall auch zahlt.
Grafiken.
Wir zeigen, wie groß die Leistungs­unterschiede bei Unfall­versicherungen sein können, und wie die Versicherer beziffern, was ein Arm oder ein Bein wert ist (Stich­wort „Gliedertaxe“).

 

Unfall­versicherung: Kosten müssen nicht hoch sein

Von 112 Tarifen im Test der Stiftung Warentest zu privaten Unfall­versicherungen schnitten 13 mit der Bestnote Sehr gut ab. Verbraucher finden sowohl Top-Versicherungs­leistungen zu einem hohen Preis wie auch soliden Schutz zu weit­aus güns­tigeren Jahres­beiträgen.

Den güns­tigsten sehr guten Tarif gibt es für 105 Euro jähr­lich in der nied­rigen Gefahrengruppe, in der hohen werden mindestens 179 Euro fällig. Guten Schutz für Erwachsene gibt es noch güns­tiger – ab 77 Euro im Jahr. Unfall­versicherungen für Kinder mit sehr gutem Schutz gibt es ab 54 Euro jähr­lich.

Tipp: Wären Sie nach einem Unfall mit der Organisation des Alltags über­fordert, weil sich keiner um Sie kümmern kann? Dann können zusätzliche Assistance-Leistungen wie Menü-Service oder Haus­halts­hilfe sinn­voll sein.

Nur hohe Summen helfen im Notfall

Ein wichtiger Punkt: Die Versicherungs­summen müssen hoch genug sein. Die Tarife sollten bei Vollinvalidität mindestens 500 000 Euro und bei einer Invalidität von 50 Prozent mindestens 100 000 Euro auszahlen. Allein dieses Kriterium erfüllen ­etliche der 25,4 Millionen Policen in Deutsch­land nicht.

Private Unfall­versicherungen ­gehören zu den häufigsten Versicherungen in Deutsch­land. Oft schließen die Versiche­rungs­nehmer sie mit ab, etwa wenn sie Mitglied in einem Verkehrs­club werden oder eine Kreditkarte auswählen, die so eine ­Police als Zusatz­leistung enthält. Die Versiche­rungs­­summen liegen oft nur bei 30 000 oder 50 000 Euro, wenn der Versicherte voll invalide wird. Im Ernst­fall reicht das nicht.

Komplizierte Tarifbedingungen

Private Unfall­versicherungen gehören zu den kompliziertesten Versicherungs­konstrukten über­haupt. Wer ein Angebot einholt, bekommt meist dicke Broschüren mit 50 und mehr Seiten über­reicht, in denen Tarife und Vertrags­bedingungen erklärt werden. Viele Verbraucher durch­schauen solche Angebote nicht. Wir erklären, welche Leistungen Unfall­versicherungen bieten und für wen der Abschluss sinn­voll ist.

Neue Policen mit höheren Leistungen

Finanztest orientierte sich an den Musterbedingungen für Unfall­versicherungen, die der Gesamt­verband der Deutschen Versicherungs­wirt­schaft (GDV) erstellt hat. Positiv haben wir bewertet, wenn die Leistungen des Versicherers darüber hinaus­gehen. Die Angebote haben sich in den letzten Jahren insgesamt deutlich verbessert.

Bestands­kunden, die schon seit gefühlten Ewig­keiten unfall­versichert sind, aber nicht genau wissen, was ihre Police alles abdeckt, sollten ihre Vertrags­unterlagen dringend prüfen. Ein Wechsel kann im besten Geld sparen, den Schutz erweitern und im Schadens­fall zu höheren Auszahlungen führen.

Quelle: Stiftung Warentest

 

 

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