Privat Kranken­versicherte können zwischen Dutzenden von Tarifen wählen. Wichtig ist es, sich Vor- und Nachteile genau anzu­sehen.

 

Private Kranken­versicherung wechseln: neuer Tarif beim gleichen Anbieter

Wer in der privaten Kranken­versicherung (PKV) versichert ist, muss regel­mäßig eine Beitrags­erhöhung verkraften – das kann vor allem dann zum Problem für die Kunden werden, wenn ihre Einkünfte im Renten­alter sinken. Eine Rück­kehr in die gesetzliche Kranken­versicherung ist dann in der Regel nicht mehr möglich und auch der Wechsel zu anderen Unternehmen hat meist keinen Sinn. Kunden der privaten Kranken­versicherung (PKV) können aber bei ihrem Versicherer in einen güns­tigeren „gleich­artigen“ Tarif wechseln und behalten dabei alle im bisherigen Vertrag erworbenen Rechte – vor allem die Rück­stel­lungen, die der Versicherer für höhere Krank­heits­kosten im Alter gebildet hat.

 

Rechte durch­zusetzen ist für PKV-Kunden manchmal mühsam

Dieses Wechselrecht ist im Versicherungs­vertrags­gesetz garan­tiert. Für Leistungen, die bereits im jetzigen Vertrag enthalten sind, darf es im neuen Vertrag keine neuen Warte­zeiten, Risiko­zuschläge oder Ausschlüsse geben. Doch ein Wechsel in der privaten Kranken­versicherung kann mühsam sein, berichten Finanztest-Leser. Damit ein PKV-Tarifwechsel sich auch lang­fristig lohnt, kommt es nämlich nicht nur auf die Höhe des Beitrags, sondern auch auf die Leistungen an. Das Wechselrecht in „gleich­artige“ Tarife bedeutet nicht, dass die Verträge identisch sind. Es heißt lediglich, dass jemand zum Beispiel von einem Tarif, der ambulante, stationäre und Zahn­leistungen umfasst, in einen anderen wechseln darf, der ebenfalls diese Leistungs­bereiche abdeckt.

 

Leistungen in Ruhe vergleichen

Um den Umfang der Leistungen müssen sich Kundinnen und Kunden selber kümmern. Dazu müssen sie ihren eigenen Vertrag gut kennen und mögliche Alternativen Punkt für Punkt vergleichen: Bis zu welcher Höhe zahlt der Versicherer etwa Zahn­ersatz­kosten oder Arzt­honorare? Wäre es akzeptabel, statt des Einbett­zimmers im Kranken­haus ein Zweibett­zimmer zu nehmen? In welchem Umfang sieht der Vertrag Leistungen für Heilpraktikerbe­hand­lung oder teure Hörgeräte vor? Wie hoch ist der jähr­liche Selbst­behalt – also der Betrag, bis zu dem ein Kunde Kosten aus eigener Tasche tragen muss?

 

 

Check­listen für Angestellte, Selbst­ständige und Beamte

Unsere Checklisten Private Krankenversicherung für Angestellte, Selbst­ständige und Beamte unterstützen Wechselwil­lige dabei. Mit der Check­liste können Sie Punkt für Punkt ihren jetzigen Vertrag und mögliche Alternativen durch­gehen. So sehen Sie, welche Mehr­leistungen ein anderer Tarif im Vergleich zum derzeitigen Vertrag bietet und an welcher Stelle Sie auf Leistungen verzichten müssten.

 

Keine Angst vor Gesund­heits­fragen

Sieht der neue Tarif Mehr­leistungen vor, stellt der Versicherer hierfür erneut Gesund­heits­fragen und darf für Erkrankungen einen Risiko­zuschlag verlangen oder Leistungen ausschließen. Verlangt der Versicherer einen zu hohen Risiko­zuschlag, hat der Kunde das Recht, die Mehr­leistungen auszuschließen. Aus Angst vor der Gesund­heits­prüfung von vorneherein pauschal auf alle Mehr­leistungen zu verzichten, ist falsch. In vielen Fällen bekommen Kunden den Vertrag mit besseren Leistungen nämlich ohne Probleme. Verlangt der Versicherer einen Risiko­zuschlag, muss er mitteilen, welches medizi­nische Risiko dazu geführt hat. Auch das ist noch nicht das letzte Wort – bleibt ein Versicherter hartnä­ckig, wird er den Zuschlag unter Umständen noch los.

 

Stan­dard- und Basis­tarif

Wenn Ihnen Beiträge dauer­haft über den Kopf wachsen, brauchen Sie eine andere Lösung. Infrage kommen die sogenannten Sozial­tarife der privaten Kranken­versicherung. Für die meisten bringt der Standardtarif für Rentner eine deutliche Beitrags­entlastung. Der Basistarif ist nur in Ausnahme­fällen geeignet. Hier erfahren Sie im Detail, wer Zugang zu diesen Tarifen hat und welche Leistungen sie bieten.

Quelle: Stiftung Warentest

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Roland Richert

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