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Stichprobe zu Kreditkarten ohne Jahresgebühr: Trotz gratis in die Kostenfalle

Eine vollwertige Kreditkarte für null Euro Jahresgebühr: Das versprechen etliche Banken und Unternehmen. Die Verbraucherzentrale NRW hat sich zehn solcher Karten genauer angeschaut und reichlich Fallstricke entdeckt.

Das Testfeld kam aus zwei Gruppen: Zum einen bestand es aus fünf Kreditkarten, die nur zusammen mit einem kostenlosen Girokonto erhältlich waren, ohne monatlichen Mindestgeldeingang. Die ausgebenden Banken hießen Comdirect, Consors, ING-DiBa, Norisbank und Wüstenrot Direct.

Die weiteren fünf Karten im Check – Santander 1plus Visa, Advanzia Mastercard, Barclaycard New Visa, ICS Visa World Card und Payback American Express – gab es auch ohne Girokonto. Dabei riss die Visa von Wüstenrot Direct gleich die erste Hürde: Die Karte war nur im ersten Jahr gratis, danach sollte sie 19 Euro pro Jahr kosten, wenn der Kartenumsatz unter 2000 Euro liegt.

Überhaupt hieß ohne Jahresgebühr noch lange nicht kostenfrei. Je nach Nutzungsart konnten sehr wohl Entgelte oder hohe Zinsen anfallen.

Etwa beim Einsatz im Ausland – zwar nicht bei Zahlung innerhalb des Euro-Raums, wohl aber in fremden Währungsräumen. Beispiel USA oder Australien: Nur die Advanzia Mastercard und der Santander 1plus Visa verzichteten in diesem Fall auf einen Aufschlag auf den Umrechnungskurs.

Norisbank, Consors, Comdirect und ING-DiBa dagegen erhoben einen Fremdwährungszuschlag von 1,75 Prozent. Bei der Barclaycard betrug der Aufschlag 1,99 Prozent, ICS und Payback American Express verlangten sogar zwei Prozent.

Obacht war auch beim Geldabheben am Automaten geboten. Die Entgelte dafür fielen je nach Anbieter und Einsatzort extrem unterschiedlich aus. Kostenlos im Inland abheben ließ es sich mit den Visa-Karten von Consors und ING-DiBa sowie mit der Advanzia Mastercard und der Santander 1plus Visa.

Besonders happig waren die Inlandsgebühren bei der Comdirect-Kreditkarte. Satte 9,90 Euro mussten Kunden pro Automatennutzung berappen. Die Konkurrenten berechneten als Mindestgebühr zwischen 1,50 und sechs Euro.

Tipp: Bei einigen Anbietern, wie etwa der Comdirect, war die Kreditkarte mit einem Girokonto verbunden. Wer statt der Kreditkarte die Bankkarte zückte, blieb von Kosten verschont.

Das galt allerdings nicht für Besitzer einer Payback American Express Card. Sie zahlten stets, ob im In- oder Ausland, vier Prozent, mindestens jedoch fünf Euro. Das heißt: Wer umgerechnet 400 Euro abhob, war mit 16 Euro dabei. Immerhin: Beim Geldziehen im Euro-Ausland verzichteten Norisbank und ICS auf Gebühren.

Außerhalb des EU-Raums kassierten ING-DiBa, Consors, Barclaycard und ICS zwischen 1,75 und zwei Prozent. Keine eigenen Kosten erhoben hingegen Advanzia, Comdirect, Norisbank und Santander.

Wichtig zu wissen: Grundsätzlich können im Ausland Fremdgebühren des dortigen Automatenbetreibers hinzukommen. Die sollten jedoch vor der Abhebung angezeigt werden.

Ausgerechnet bei den beiden Anbietern, die komplett auf Fremdwährungs- und Geldautomatenentgelte verzichteten, lauerten besonders fiese Fallen. So buchte Santander am Monatsende nur einen Teil vom Monatsumsatz ab und ließ den größten Teil des Saldos als Kredit stehen. Der musste dann zu saftigen 13,98 Prozent Effektivzins abgestottert werden.

Wer die Zinsfalle entschärfen wollte, musste entweder sofort nach der monatlichen Kreditkartenabrechnung den offenen Betrag per Überweisung manuell ablösen oder zuvor sein Kreditkartenkonto aufladen.

Noch böser war die Überraschung am Monatsende für Nutzer der Advanzia Mastercard, wenn sie die Karte zum Geldabheben eingesetzt hatten. Der Grund: Vom Zeitpunkt der Abhebung bis zum Abrechnungstag am Monatsende mussten Karteninhaber Zinsen zahlen – und zwar 1,73 Prozent pro Monat. Das entspricht einem jährlichem Effektivzins von horrenden 22,9 Prozent. Ein Beispiel gefällig? Wer am Monatsanfang 500 Euro abgehoben hatte, bekam 29 Tage später 8,36 Euro Zins draufgesattelt.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
Vielen Dank an die Verbraucherzentrale

 

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