Durch den Klimawandel wird Deutschland künftig häufiger von Extremwetterlagen bedroht – wie im Sommer 2021 im Westen der Republik geschehen. Hausbesitzende sollten die Risiken kennen und frühzeitig Vorsorge treffen.

 

Allein die materiellen Schäden der dies­jährigen Flut­katastrophe beliefen sich auf über 29 Milliarden Euro. Viele Bundes­bürgerinnen und Bundes­bürger sind nun sensibilisiert: Drei Viertel zeigten sich bei einer Umfrage der BHW Bausparkasse unzufrieden mit den Vorsorge­maß­nahmen der Bau­politik gegen Hoch­wasser.

 

Kommunen helfen

Im Bereich des Hoch­wasser­schutzes sind die Kommunen für Haus­besitzende die erste Anlauf­stelle. Dort erfahren sie, ob ihre Immobilie gefährdet ist. Risiken gibt es nicht nur für Häuser auf Ufer­grund­stücken. Betroffen sind auch Immobilien, die per Sonder­genehmi­gung in einem Über­schwemmungs­gebiet gebaut wurden. „Käuferinnen und Käufer von Immobilien sollten sich frühzeitig über die Risiken durch Hoch­wasser informieren“, empfiehlt Stefanie Binder von der BHW Bausparkasse. Genaue Daten werden je nach Bundes­land in Hoch­wasser­karten erfasst. „Viele Kommunen bieten Haus­besitzenden an, sich kostenlos Rat bei Stark­regen-Experten zu holen.“

 

Schutz aufbauen

Für Eigen­tümerinnen und Eigen­tümer ist der Abschluss einer Elementar­ver­sicherung dringend angeraten. Nur rund 46 Prozent der Gebäude hier­zulande sind gegen Natur­gefahren versichert, oft unzu­reichend. Haus­besitzer sollten ihre Versicherungs­verträge daher genau prüfen und auch baulich nach­rüsten. Rück­stau­klappen, Absperr­schieber oder Abwasser­hebe­anlagen verhindern, dass schmutzige Fluten ins Haus drücken. „Wer einen Öltank hat, sollte ihn professionell absichern lassen“, empfiehlt Binder. Auslaufendes Öl verursachte bei Hoch­wassern der letzten Jahre bis zu 70 Prozent der Schäden an Gebäuden. Die Folgen für die Umwelt sind in der Statistik noch nicht einmal eingerechnet.

 

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Roland Richert
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