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Ausbildung oder Job: Welche Versicherungen brauche ich? Zu allererst sollten Sie Risiken versichern, bei deren Eintritt der Ruin droht.

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Zum Start in Ausbildung oder Job: Welche Versicherungen brauche ich?

 
Von unumgänglich bis überflüssig – wir stellen die gängigen Versicherungen für junge Leute vor. Die wichtigste Botschaft: Versichern Sie existenzbedrohende Risiken so früh wie möglich! Manche Versicherungen sollte jeder abschließen. Das Wichtigste in Kürze:
  • Bei Ausbildungsbeginn oder zum ersten Job sollten Sie existenzbedrohende Risiken versichern: An einer Krankenversicherung, einer Berufsunfähigkeitsversicherung und einer Privathaftpflichtversicherung führt aus unserer Sicht kein Weg vorbei.
  • Einige weitere Versicherungen sind generell wichtig oder zumindest in bestimmten Situationen. Dazu zählen die Vorsorge für einen Pflegefall und fürs Alter, eine Absicherung für Hinterbliebene und den Hausrat.
  • Manche Versicherungen sind dagegen überflüssig. Das gilt meist, wenn es nur um wenig Geld geht, für das der Versicherer bei einem Schaden einsteht.
 

1. Versicherungen, die jeder haben sollte

Zu allererst sollten Sie Risiken versichern, bei deren Eintritt der Ruin droht. Mögliche Schäden in Millionenhöhe kann kaum jemand verkraften.
 

2. In speziellen Fällen wichtig

Wer die nötigsten Versicherungen hat und schon genug verdient, kann sich weitere Versicherungen zumindest überlegen. Einige sind wichtig, falls Sie sich in einer besonderen Lage befinden – zum Beispiel, weil Sie schon ein Haus oder eine Wohnung besitzen.
 
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Berufsstart: Welche Versicherungen sind wirklich nötig? Ausführliche Informationen und Angebote findest du bei ProFair24.

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Für viele junge Menschen beginnt bald ein neuer Lebensabschnitt. Ein Studium oder eine Ausbildung wird begonnen. Studienanfänger und Berufsstarter sollten daran denken, ihren Versicherungsschutz auf die neue Lebenssituation anzupassen.

  • Versicherungsschutz muss nach der Schule angepasst werden
  • Studenten und Auszubildende sollten existenzielle Risiken unbedingt versichern
  • Verbraucherzentrale bietet Versicherungsberatung für Schulabgänger

Dr. Annabel Oelmann, Vorstand der Verbraucherzentrale Bremen, erklärt, welche Versicherungen für junge Leute besonders wichtig sind: “Zunächst gilt es, Risiken zu versichern, bei deren Eintritt die wirtschaftliche Existenz bedroht ist. Neben dem Krankversicherungsschutz sollten sich Schulabgänger daher insbesondere über eine Privathaftpflicht- und eine Berufsunfähigkeitsversicherung informieren.”

Die Verbraucherzentrale Bremen bietet Schulabgängern im Rahmen der Versicherungsberatung umfangreiche Informationen über den Wechsel von der Schule ins Berufsleben bzw. Studium.

 

Die wichtigsten Versicherungen für Berufseinsteiger und Studienanfänger:

Krankenversicherung

Auszubildende sind versicherungspflichtig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert. Studenten können bis zum 25. Lebensjahr über die Eltern familienversichert in der gesetzlichen Krankenkasse versichert werden. Sind die Eltern privat versichert, ist eine Familienversicherung nicht möglich. Studenten brauchen dann einen eigenen Vertrag.

Für Auslandsaufenthalte wird eine Auslandsreisekrankenversicherung benötigt. Auch bei Reisen in Länder, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht, wird ein notwendiger Rücktransport von der Krankenkasse nicht bezahlt. Dadurch können hohe Kosten entstehen.

 

Privathaftpflichtversicherung

Dieser Schutz ist unverzichtbar. Jeder haftet für Schäden, die er einem anderen zufügt, mit allem was er hat und zukünftig erwirtschaftet. Wenn die Eltern eine Haftpflichtpolice haben, gelten Familienangehörige bei den meisten Tarifen als mitversicherte Personen. Dazu zählen beispielsweise unverheiratete Kinder während der Schulzeit und der sich unmittelbar anschließenden Berufsausbildung. Ist die Ausbildung abgeschlossen, wird ein eigener Vertrag notwendig.

 

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die eigene Arbeitskraft ist die Grundlage zur Sicherung des Lebensunterhalts. Daher ist der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung dringend zu empfehlen.

Schüler, Studenten und Berufseinsteiger stehen bei Verlust ihrer Arbeitskraft vor besonderen Problemen. Sie haben in der Regel die Einstiegsvoraus-setzungen für den Bezug einer gesetzlichen Erwerbsminderungsrente nicht erfüllt. Dafür müssen in den letzten fünf Jahren 36 Monate Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt worden sein.

Doch selbst wenn später ein Anspruch besteht, reichen die Leistungen oft bei weitem nicht aus. Je früher ein Vertrag abgeschlossen wird, desto geringer sind die Beiträge. Außerdem spielen Vorerkrankungen eine große Rolle, ob ein Antragsteller überhaupt einen Vertrag bekommt und zu welchen Bedingungen.

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.
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Berufsunfähig: Wie Sie sich gegen Verlust des Einkommens absichern. Wo gibt es einen verlässlichen Preis-Leistungs-Vergleich? Natürlich bei ProFair24.

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Der Verlust der Arbeitskraft bedeutet in der Regel auch eine deutliche Einkommenseinbuße nach Krankheit oder Unfall. Vielen ist das nicht bewusst. Vor den finanziellen Folgen können Sie sich aber schützen: Mit einer guten Berufsunfähigkeitsversicherung.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist unverzichtbar für alle, die von Ihrem Einkommen leben. Denn ein Unfall oder eine schwere Krankheit können Sie in große finanzielle Probleme bringen.
  • Die Versicherung deckt ein existenzbedrohendes Risiko ab und ist neben der Privathaftpflichtversicherung die wichtigste private Versicherung. Echte Alternativen gibt es nicht.
  • Die Bedingungen verschiedener Anbieter reichen von “sehr gut” bis “mangelhaft”, es sind große Preisunterschiede möglich. Sorgfältige Vergleiche und unabhängige Beratung sind daher besonders wichtig.

Wer durch Krankheit oder Unfall auf Dauer nicht mehr in der Lage ist, in seinem Beruf zu arbeiten, steht oft auch vor finanziellen Problemen. Und treffen kann es jeden: Laut gesetzlicher Rentenversicherung erhält dort bereits jeder fünfte Neurentner eine Rente wegen Erwerbsminderung. Trotz des hohen Risikos und der geringen gesetzlichen Leistungen haben jedoch erschreckend wenige Berufstätige eine zusätzliche private Absicherung für den Ernstfall.

Denn die meisten Berufstätigen sind sich über mögliche Ursachen für eine Berufsunfähigkeit und die damit verbundenen Versorgungslücken nicht bewusst:

  • Für nach dem 1.1.1961 Geborene gibt es nur noch eine Erwerbsminderungsrente von der gesetzlichen Rentenversicherung. Und diese zahlt heute durchschnittlich immer noch unter dem Grundsicherungsniveau.
  • Auch wer etwa durch eine Berufsunfähigkeitsversicherung vermeintlich vorgesorgt hat, wiegt sich oft in trügerischer Sicherheit: Mit im Schnitt ca. 400 Euro monatlicher BU-Rente ist die finanzielle Absicherung meist unzureichend – und es bleibt eine große finanzielle Lücke.

Neben dem rechtzeitigen Abschluss in gesunden Jahren entscheidet das berühmte Kleingedruckte, ob und was die Versicherung am Ende zahlt. Doch der Markt ist unübersichtlich und gute Beratung wichtig!

Wo gibt es einen verlässlichen Preis-Leistungs-Vergleich?

Die Beitrags- und Leistungsunterschiede zwischen den Berufsunfähigkeitsversicherern sind enorm. Sie können bei gleichen Leistungen auch schon einmal 200 Prozent ausmachen. Je nach Vertragsumfang können Sie bei der Wahl des falschen Versicherers leicht einige Tausend Euro in den Sand setzen.

  • Verbraucherzentralen bieten Preis-Leistungs-Vergleiche an. Die sind zwar kostenpflichtig, aber es werden alle Gesellschaften am Markt berücksichtigt, die die hier beschriebenen Kriterien erfüllen. Lassen Sie sich zur Berufsunfähigkeit am besten individuell beraten.
  • Einen unabhängigen Test zahlreicher Tarife bietet die Stiftung Warentest.
  • Kostenpflichtige Vergleiche ohne Provisionsinteresse bieten auch behördlich zugelassene Versicherungsberater an.

Was eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung mindestens enthalten sollte

Der Weg zu einem guten Versicherungsschutz ist oft mühsam. Es gibt viele Anbieter mit noch mehr Tarifen mit unterschiedlichstem Leistungsumfang und Vertragsbedingungen. Das macht die Auswahl sehr schwer. Dazu kommen noch Probleme beim Abschluss: die gesundheitlichen Voraussetzungen, der ausgeübte Beruf, das riskante Hobby – all diese Punkte werden unterschiedlich von den Gesellschaften bewertet und werden dadurch zu weiteren Hindernissen auf dem Weg zum Versicherungsschutz.

Damit ein Vertrag wirklich verlässlichen Schutz bietet, müssen unserer Ansicht nach mindestens folgende Regelungen enthalten sein:

  1. Die Rente wird gezahlt, wenn der Versicherte infolge von Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall in seinem in gesunden Tagen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr zu mindestens 50 Prozent tätig sein kann. Das gilt auch bei einem Berufswechsel. Beispiel: Wer Bauschlosser gelernt hatte, aber jetzt als IT-Experte arbeitet, bei dem wird nur die Tätigkeit als IT-Experte geprüft.
  2. Es wird nicht geprüft, ob man mit seinen Kenntnissen und Fähigkeiten oder seiner Erfahrung und Ausbildung noch eine andere Tätigkeit ausüben könnte (so genannter “abstrakter Verweisungsverzicht”). Beispiel: Es wird nicht geprüft, ob ein operierender Chirurg auch als Fachgutachter tätig sein könnte, wenn seine Hand nach einem Unfall verkrüppelt ist.
  3. Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte voraussichtlich sechs Monate lang zu mehr als 50 Prozent berufsunfähig sein wird oder dieser Zeitraum schon verstrichen ist.
  4. Die Rente wird auch rückwirkend ab dem ersten Tag des Sechs-Monats-Zeitraums gezahlt.
  5. Bei verspäteter Meldung wird die Rente mindestens drei Jahre lang rückwirkend gezahlt.
  6. Während der Leistungsprüfung wird auf Wunsch der Beitrag gestundet. Denn wer berufsunfähig ist, dem fällt es oft auch schwer, die monatlichen Versicherungsbeiträge weiter zu zahlen.
  7. Der Versicherer verzichtet darauf, den Vertrag zu kündigen oder die Beiträge anzuheben, wenn sich später herausstellt, dass der Versicherte ohne sein Verschulden Vorerkrankungen nicht angegeben hat. Das kann sonst zu einer bösen Überraschung führen, wenn Sie zwar lange Zeit in eine Versicherung eingezahlt hatten, diese aber bei einer eingetretenen Berufsunfähigkeit recherchiert, Vorerkrankungen findet und schließlich Zahlungen verweigert.
  8. Der Vertrag gilt weltweit.
  9. Bei einer befristeten Anerkennung verlangt der Versicherer nicht die Rückzahlung bereits gewährter Renten, wenn sich herausstellt, dass der Anspruch nicht gerechtfertigt war.

Einige Gesellschaften zahlen für ReHa-Maßnahmen und einmalige Übergangshilfen. Diese besonderen Leistungen sind zwar im Einzelfall hilfreich, sollten aber kein Auswahlkriterium sein.

Sinnvolle Regelungen für die Beiträge

Am sinnvollsten und günstigen ist eine so genannte “selbstständige Berufsunfähigkeitsversicherung”. Im Fall der Fälle zahlt sie die vereinbarte Rente und übernimmt dann auch die Beitragszahlung. Sprich: Sie bekommen die vereinbarte Versicherungsleistung, müssen aber nicht mehr weiter monatlich Ihre Beiträge zahlen.

Wichtig ist es außerdem eine Dynamik zu vereinbaren. Damit sichern Sie zum Beispiel Einkommenssteigerungen oder die Inflation ab. Falls Sie zum Beispiel heute 1000 Euro monatlich versichern, entsprechen diese 1000 Euro in zwanzig Jahren vermutlich deutlich weniger Kaufkraft. Bei einer Inflation von 2 Prozent im Jahr beträgt die Kaufkraft nach 20 Jahren nur noch 672,97 Euro. Eine dynamische Versicherung sollte zumindest eine solche Steigerung berücksichtigen.

Mit einer Nachversicherungsgarantie können Sie bei besonderen Ereignissen (zum Beispiel bei beruflicher Karriere, Heirat, Geburt eines Kindes, Hausbau usw.) ohne weitere Gesundheitsprüfung die Rente erhöhen. Das ist oft sinnvoll, weil Sie zu solchen Ereignissen neue Prioritäten in Ihrem Leben setzen könnten – für ihre Kinder möchten viele Menschen zum Beispiel stärker vorsorgen.

Achtung: Es werden auch Kopplungen mit kapitalbildenden Lebensversicherungen angeboten. Das ist meist zu teuer und ergibt keinen Sinn: Kapitallebensversicherungen sind nur ganz selten als private Altersvorsorge sinnvoll.

Wählen Sie eine Rente in der richtigen Höhe

Die versicherte Rente sollte alle alltäglichen Ausgaben absichern, die auch nach Eintritt der Berufsunfähigkeit weitergezahlt werden müssen (zum Beispiel Haushaltskosten, Miete, Altersvorsorge).

80 Prozent vom derzeitigen Netto sind oft ein guter Richtwert.

Vorsicht auch bei der Laufzeit

Der Vertrag sollte idealerweise bis zum Eintritt in den Altersruhestand, also zum 67. Lebensjahr, laufen. Wer später zum Beispiel durch Ersparnisse den Vertrag nicht mehr oder nur noch teilweise benötigt, kann ihn jederzeit kürzen oder ganz kündigen.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Berufsunfähigkeit steigt im Alter an. Seien Sie daher vorsichtig, wenn Versicherer ein Vertragsende vor dem Rentenalter anbieten. Sie drohen den Versicherungsschutz dann genau in dem Zeitraum zu verlieren, in dem es noch einmal besonders darauf ankommt.

Wie können Berufsstarter sich besonders günstig versichern?

Die normale Berufsunfähigkeitsversicherung mit guten Bedingungen ist für Menschen in einer Ausbildung, einem Studium oder am Beginn des Berufslebens oft zu teuer.

Dies haben einige Versicherer zum Anlass genommen, so genannte “Starterpolicen” anzubieten, die während einer Startphase in den ersten Jahren der Laufzeit bei gleichen Bedingungen einen günstigeren Preis haben. Erst nach Ablauf der Startphase steigt der Beitrag deutlich über den normalen Beitrag an.

Das ist unterm Strich zwar etwas teurer. Aber es ermöglicht den Betroffenen, sich schon früh einen umfassenden Schutz zu leisten.

Zur preislichen Orientierung

Ein 30-jähriger kaufmännischer Angestellter zahlt für eine monatliche BU-Rente in Höhe von 1000 Euro bei einem günstigen Anbieter rund 50 Euro monatlich für Versicherungsschutz bis zum 67. Lebensjahr. Bei einem teuren Versicherer ist für ebenfalls 1000 Euro BU-Rente ein Beitrag mehr als 100 Euro fällig. Die Unterschiede sind also gravierend – bei den Bedingungen und bei der Prämie!

Ähnlich stellt es sich bei einem Dachdecker dar: Bekommt dieser mit 20 Jahren bis zum 65. Lebensjahr eine monatliche BU-Rente von 1000 Euro bei einem preiswerten Anbieter für monatlich ca. 100 Euro, zahlt er bei gleichen Voraussetzungen für einen teuren Vertrag mehr als 200 Euro. Besser stellt sich der Dachdecker, der bereits als Schüler eine BU-Versicherung abgeschlossen hat – dieser profitiert bei einem guten Anbieter über die gesamte Vertragslaufzeit von der günstigen Berufseinstufung und zahlt dadurch lediglich rund die Hälfte bis ein Drittel im Vergleich zum Abschluss als Dachdecker.

Denn wer bereits als Schüler oder Student eine erste Arbeitskraftabsicherung abschließt, bekommt – neben dem oft guten Gesundheitszustand – meist günstige Beiträge und eine vorteilhafte Einstufung der Berufsgruppe.

Die Berufsgruppe bleibt bestehen, auch wenn später ein handwerklicher oder ein anderer risikoreicher Beruf ausgeübt wird.

Versicherungsantrag, Vorerkrankungen und Risikovoranfrage

Bevor Sie einen Vertrag über eine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen, müssen Sie Gesundheitsfragen beantworten. Beantworten Sie sie auf jeden Fall vollständig und richtig! Sonst kann der Versicherer später wegen “Verletzung der vorvertraglichen Anzeigepflicht” vom Vertrag zurücktreten. Dann hätten Sie im schlimmsten Fall lange Zeit für eine solche Versicherung gezahlt, gehen aber leer aus, sobald die Berufsunfähigkeit eintritt.

Die Antworten auf Gesundheitsfragen beurteilen die Versicherer nicht einheitlich. Tests haben gezeigt, dass ein- und dieselbe Person mit identischen Angaben bei manchen Anbietern einen Vertrag bekommen hätte, bei anderen Gesellschaften einen Risikozuschlag gezahlt hätte und bei wieder anderen Versicherern ganz abgelehnt worden wäre.

Wenn Sie fürchten, wegen Vorerkrankungen Probleme zu bekommen, sollten Sie eine anonyme Risikovoranfrage starten. Dabei fragt ein Dienstleister Versicherungen ab, ob und zu welchen Bedingungen sie Sie versichern würde. Ihr Name und auch Ihre Anschrift werden nicht angegeben, sodass Sie mit Ihren Vorerkrankungen nicht auf Listen landen und nicht bei anderen Verträgen Probleme bekommen, einen Versicherer zu finden.

Quellenangabe: Dieser Inhalt wurde von der Gemeinschaftsredaktion in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und unserem Bundesverband (vzbv) für das Netzwerk der Verbraucherzentralen in Deutschland erstellt.

 

 

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Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Verbraucher:innen eine der wichtigsten Versicherungen. „Gerade Berufsanfänger empfehlen wir diese abzuschließen, da keine gesetzlichen Ansprüche bei der Deutschen Rentenversicherung Bund bestehen“, erläutert Roland Stecher.

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  • Falschberatung: Berufsanfänger schloss eine zu geringe Berufsunfähigkeitsversicherung ab
  • Erst nach fünf Jahren mit sozialversicherungspflichtigem Einkommen greift die gesetzliche Rente
  • Bis dahin wird eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit den Leistungen vom Arbeitslosengeld II verrechnet

Worum geht es?

Ein junger Berufsanfänger schloss, auf Anraten seines Versicherungsberaters, eine Berufsunfähigkeitsversicherung ab. Der junge Mann wollte die Beiträge geringhalten. Der Berater empfahl ihm eine Berufsunfähigkeitsrente in Höhe von 500 EUR, das reiche zum Anfang vollkommen aus, meinte er. Dann schlug das Schicksal zu: Der Verbraucher hatte einen schweren Autounfall, wurde krank und arbeitslos. Die Krankenkasse erklärte ihn für arbeitsunfähig und „steuerte ihn aus“. Daraufhin beantragte der junge Mann seine Berufsunfähigkeitsrente sowie die gesetzliche Grundsicherung (ALG II) und erlebte eine böse Überraschung. Das Sozialamt rechnete die Ansprüche von Grundsicherung und privater Berufsunfähigkeitsrente gegeneinander auf. Somit „fraßen“ die gesetzlichen Ansprüche die private Absicherung fast komplett auf!

Was ist passiert?

Der Verbraucher verließ sich auf die Aussage des Versicherungsvertreters, dass 500 EUR Rente im Falle einer Berufsunfähigkeit ausreichend seien. Hinweise auf den Grundsicherungsabzug bekam er nicht. Roland Stecher, Versicherungsberater der Verbraucherzentrale Bremen sagt dazu: „Die Grundsicherung wird erst ausgezahlt, wenn Sie zuvor eigenes Vermögen weitgehend aufgebraucht haben, die private Berufsunfähigkeitsrente gilt dabei auch als Einkommen.“
Die Regelsätze in der Grundsicherung sind zum 1.1.2021 gestiegen. Alleinstehende Erwachsene bekommen jetzt 446 € monatlich, das sind 14 € mehr als im Jahr 2020.

Rechtliche Einordung

Gesetzliche Ansprüche der Deutschen Rentenversicherung Bund greifen erst nach einer allgemeinen Wartezeit von fünf Jahren mit sozialversicherungspflichtigem Einkommen. Beziehen Verbraucher:innen eine Grundsicherung, wird ihre private Berufsunfähigkeitsrente einem Einkommen gleichgesetzt und auf die Soziallleistung angerechnet. Roland Stecher dazu: „Eine Berufsunfähigkeitsrente zu vereinbaren, die unter oder auf dem Niveau der Grundsicherung liegt, ist sinnlos.“

Tipps der Verbraucherzentrale Bremen

Eine Berufsunfähigkeitsversicherung ist für Verbraucher:innen eine der wichtigsten Versicherungen. „Gerade Berufsanfänger empfehlen wir diese abzuschließen, da keine gesetzlichen Ansprüche bei der Deutschen Rentenversicherung Bund bestehen“, erläutert Roland Stecher. Die monatliche Rentenleistung sollte in ausreichender Höhe abgeschlossen werden. Wichtig ist auch die Möglichkeit der Nachversicherung, denn bei versicherten Ereignissen kann die Versicherungsleistung ohne erneute Prüfung erhöht werden. Roland Stecher erklärt: „Ich empfehle Ihnen, Ihre Berufsunfähigkeitsversicherung von Zeit zu Zeit genauer anzugucken. Stimmt die Höhe noch? Haben Sie die Möglichkeit mehr einzuzahlen? Dann nutzen Sie die Chance der Nachversicherung.“ Wer hier unsicher ist, kann sich bei der Verbraucherzentrale unabhängig beraten lassen: www.vz-hb.de/beratung-hb

FAZIT DER VERBRAUCHERZENTRALE BREMEN

  • Prüfen Sie mehrere Angebote vor Vertragsschluss und fragen Sie nach
  • Eine Berufsunfähigkeitsrente sollte in ausreichender Höhe abgeschlossen werden
  • Lassen Sie sich unabhängig und kompetent beraten
Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung wiedergibt.

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Berufsunfähigkeitsversicherung: Infos für junge Menschen. Aktuelle Testsieger vergleichen & optimale Berufsunfähigkeitsversicherung finden.

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So früh wie möglich

Der Gesund­heits­zustand ist ausschlag­gebend dafür, ob und zu welchen Konditionen ein Versicherer einen Vertrag anbietet. Jüngere sind zwar nicht generell gesünder als ältere Menschen, doch laut Statistik nehmen Kranken­haus­auf­enthalte mit steigendem Lebens­alter zu. Die Versicherer nehmen vor Vertrags­schluss eine Risiko­prüfung vor. Das heißt: In einem Gesund­heits­fragebogen müssen Antrag­steller ambulante Behand­lungen und Erkrankungen meist der vergangenen fünf Jahre angeben sowie stationäre Aufenthalte meist der vergangenen zehn Jahren.

Nicht alle erhalten ihren Wunsch­vertrag

Die Ergeb­nisse von Leser­umfragen der Stiftung Warentest zeigen, dass aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen längst nicht alle den Vertrag bekommen, den sie sich wünschen. Zum Beispiel bieten Versicherer bei Allergien, Haut­problemen, Atemwegs­erkrankungen, Diabetes, Sport­verletzungen oder Rücken­beschwerden häufig nur Verträge mit Ausschluss oder Beitrags­zuschlag an. Manchmal müssen Kunden Abstriche bei der Lauf­zeit oder Rentenhöhe machen. Mit einer Diagnose wie Krebs oder einer psychischen Erkrankung ist der Schutz so gut wie ausgeschlossen.

Auszubildende und Studierende

Auszubildende und Studierende sollten sich an den sehr guten Angeboten im Test orientieren. Achtung: In der Regel bietet ihnen der Versicherer nur eine monatliche Berufs­unfähigkeits­rente von 1 000 Euro oder 1 500 Euro an. Deshalb sollten sie darauf achten, dass der Vertrag die Möglich­keit einer Nach­versicherung berück­sichtigt. Schreitet die Karriere voran, reicht eine Monats­rente von 1 000 Euro vielleicht nicht mehr aus. Der Versicherer sollte anbieten, ohne erneute Gesund­heits- und Risiko­prüfung die Rente auf 2 000 Euro oder mehr erhöhen zu können, zum Beispiel bei Eintritt in das Berufs­leben, Heirat oder Hauskauf.

Berufs­unfähig während Ausbildung oder Studium

Was gilt eigentlich, wenn Auszubildende und Studierende während der Ausbildungs- und Studien­phase berufs­unfähig werden? Wir haben fest­gestellt, dass Versicherer unterschiedliche Rege­lungen anbieten. Nach unserer Auffassung ist es von Vorteil, wenn der Versicherer bei Prüfung einer Berufs­unfähigkeit dann auf den angestrebten Zielberuf abstellt. Bei Auszubildenden ist dies eher unpro­blematisch. Studierende hingegen haben in manchen Studien­gängen eine Vielzahl von Berufs­möglich­keiten. Deshalb ist es für sie vorteilhaft, wenn der Versicherer ihnen die Möglich­keit bietet, den angestrebten Beruf in den Vertrag aufzunehmen.

Spezielle Tarife für junge Leute: Starter­police

Manche Versicherer bieten Schülern, Auszubildenden und Studierenden unter der Bezeichnung „Starter­police“ oder „Einsteiger­tarif“ güns­tige Tarife mit Preis­nach­lässen an. Die Beiträge sind anfangs günstig und werden später teurer. Die Idee dahinter: Wer im Berufs­leben später mehr verdient, kann sich den höheren Beitrag dann eher leisten. Es gibt verschiedene Angebots­varianten: In manchen Tarifen steigen die Beiträge jähr­lich mit dem Lebens­alter bis zum Ende der Lauf­zeit. Andere Tarife enden nach fünf oder zehn Jahren. Kunden sollten darauf achten, dass sie dann ohne erneute Gesund­heits- und Berufs­risiko­prüfung in den Normal­tarif wechseln können.

Tipp: Lassen Sie sich vorrechnen, welche Variante über die gesamte Lauf­zeit gerechnet am güns­tigsten ist.

Starter­tarif oder Normal­tarif

Oft fällt es durch die in den Starter­tarifen in den ersten Jahren güns­tigen Prämien einfacher, sich schon früh­zeitig Berufs­unfähigkeist­schutz zu sichern.

Preisbeispiel: Eine 19-jährige, die eine Ausbildung zur Pflegefach­kraft (Gesund­heits- und Kranken­pflegerin) macht, zahlt bei einem Versicherer rund 96 Euro für eine monatliche Berufs­unfähigkeits­rente von 1 000 Euro im so genannten „Normal­tarif“. Der Vertrag läuft bis zum 67. Geburts­tag. Insgesamt würde sie rund 55 267 Euro an den Versicherer zahlen. Wählt die Auszubildende einen Starter­tarif, zahlt sie anfangs monatlich 29 Euro. Der Beitrag erhöht sich jähr­lich, bis sie im fünften Versicherungs­jahr rund 42 Euro monatlich zahlt. Danach wechselt sie ohne erneute Gesund­heits­prüfung in den „Normal­tarif“. Der Monats­beitrag liegt bis zum Laufzeit­ende bei 106 Euro. Die gesamte Einzahlungs­summe beträgt rund 56 980 Euro und ist damit nur etwas höher als wenn die Auszubildende gleich den Normal­tarif gewählt hätte.

Quelle: Stiftung Warentest

 

 

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BU-Starter: Wie können Berufsstarter sich besonders günstig versichern? Unter dem Begriff Starter BU verbirgt sich eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit einem geringen Anfangsbeitrag.

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Die normale Berufsunfähigkeitsversicherung mit guten Bedingungen ist für Menschen in einer Ausbildung, einem Studium oder am Beginn des Berufslebens oft zu teuer.

Dies haben einige Versicherer zum Anlass genommen, so genannte “Starterpolicen” anzubieten, die während einer Startphase in den ersten Jahren der Laufzeit bei gleichen Bedingungen einen günstigeren Preis haben. Erst nach Ablauf der Startphase steigt der Beitrag deutlich über den normalen Beitrag an.

Das ist unterm Strich zwar etwas teurer. Aber es ermöglicht den Betroffenen, sich schon früh einen umfassenden Schutz zu leisten.

Vorsicht auch bei der Laufzeit

Der Vertrag sollte idealerweise bis zum Eintritt in den Altersruhestand, also zum 67. Lebensjahr, laufen. Wer später zum Beispiel durch Ersparnisse den Vertrag nicht mehr oder nur noch teilweise benötigt, kann ihn jederzeit kürzen oder ganz kündigen.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Berufsunfähigkeit steigt im Alter an. Seien Sie daher vorsichtig, wenn Versicherer ein Vertragsende vor dem Rentenalter anbieten. Sie drohen den Versicherungsschutz dann genau in dem Zeitraum zu verlieren, in dem es noch einmal besonders darauf ankommt.

Zur preislichen Orientierung

Ein 30-jähriger kaufmännischer Angestellter zahlt für eine monatliche BU-Rente in Höhe von 1000 Euro bei einem günstigen Anbieter rund 50 Euro monatlich für Versicherungsschutz bis zum 67. Lebensjahr. Bei einem teuren Versicherer ist für ebenfalls 1000 Euro BU-Rente ein Beitrag mehr als 100 Euro fällig. Die Unterschiede sind also gravierend – bei den Bedingungen und bei der Prämie!

Ähnlich stellt es sich bei einem Dachdecker dar: Bekommt dieser mit 20 Jahren bis zum 65. Lebensjahr eine monatliche BU-Rente von 1000 Euro bei einem preiswerten Anbieter für monatlich ca. 100 Euro, zahlt er bei gleichen Voraussetzungen für einen teuren Vertrag mehr als 200 Euro. Besser stellt sich der Dachdecker, der bereits als Schüler eine BU-Versicherung abgeschlossen hat – dieser profitiert bei einem guten Anbieter über die gesamte Vertragslaufzeit von der günstigen Berufseinstufung und zahlt dadurch lediglich rund die Hälfte bis ein Drittel im Vergleich zum Abschluss als Dachdecker.

Denn wer bereits als Schüler oder Student eine erste Arbeitskraftabsicherung abschließt, bekommt – neben dem oft guten Gesundheitszustand – meist günstige Beiträge und eine vorteilhafte Einstufung der Berufsgruppe.

Die Berufsgruppe bleibt bestehen, auch wenn später ein handwerklicher oder ein anderer risikoreicher Beruf ausgeübt wird.

Was eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung mindestens enthalten sollte

Der Weg zu einem guten Versicherungsschutz ist oft mühsam. Es gibt viele Anbieter mit noch mehr Tarifen mit unterschiedlichstem Leistungsumfang und Vertragsbedingungen. Das macht die Auswahl sehr schwer. Dazu kommen noch Probleme beim Abschluss: die gesundheitlichen Voraussetzungen, der ausgeübte Beruf, das riskante Hobby – all diese Punkte werden unterschiedlich von den Gesellschaften bewertet und werden dadurch zu weiteren Hindernissen auf dem Weg zum Versicherungsschutz.

Damit ein Vertrag wirklich verlässlichen Schutz bietet, müssen unserer Ansicht nach mindestens folgende Regelungen enthalten sein:

  1. Die Rente wird gezahlt, wenn der Versicherte infolge von Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall in seinem in gesunden Tagen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr zu mindestens 50 Prozent tätig sein kann. Das gilt auch bei einem Berufswechsel. Beispiel: Wer Bauschlosser gelernt hatte, aber jetzt als IT-Experte arbeitet, bei dem wird nur die Tätigkeit als IT-Experte geprüft.
  2. Es wird nicht geprüft, ob man mit seinen Kenntnissen und Fähigkeiten oder seiner Erfahrung und Ausbildung noch eine andere Tätigkeit ausüben könnte (so genannter “abstrakter Verweisungsverzicht”). Beispiel: Es wird nicht geprüft, ob ein operierender Chirurg auch als Fachgutachter tätig sein könnte, wenn seine Hand nach einem Unfall verkrüppelt ist.
  3. Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte voraussichtlich sechs Monate lang zu mehr als 50 Prozent berufsunfähig sein wird oder dieser Zeitraum schon verstrichen ist.
  4. Die Rente wird auch rückwirkend ab dem ersten Tag des Sechs-Monats-Zeitraums gezahlt.
  5. Bei verspäteter Meldung wird die Rente mindestens drei Jahre lang rückwirkend gezahlt.
  6. Während der Leistungsprüfung wird auf Wunsch der Beitrag gestundet. Denn wer berufsunfähig ist, dem fällt es oft auch schwer, die monatlichen Versicherungsbeiträge weiter zu zahlen.
  7. Der Versicherer verzichtet darauf, den Vertrag zu kündigen oder die Beiträge anzuheben, wenn sich später herausstellt, dass der Versicherte ohne sein Verschulden Vorerkrankungen nicht angegeben hat. Das kann sonst zu einer bösen Überraschung führen, wenn Sie zwar lange Zeit in eine Versicherung eingezahlt hatten, diese aber bei einer eingetretenen Berufsunfähigkeit recherchiert, Vorerkrankungen findet und schließlich Zahlungen verweigert.
  8. Der Vertrag gilt weltweit.
  9. Bei einer befristeten Anerkennung verlangt der Versicherer nicht die Rückzahlung bereits gewährter Renten, wenn sich herausstellt, dass der Anspruch nicht gerechtfertigt war.

Einige Gesellschaften zahlen für ReHa-Maßnahmen und einmalige Übergangshilfen. Diese besonderen Leistungen sind zwar im Einzelfall hilfreich, sollten aber kein Auswahlkriterium sein.

Quellenangabe: Dieser Inhalt wurde von der Gemeinschaftsredaktion in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und unserem Bundesverband (vzbv) für das Netzwerk der Verbraucherzentralen in Deutschland erstellt.

 

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Diese Versicherungen sind zum Ende der Schulzeit wichtig. Bei Ausbildungsbeginn oder zum ersten Job sollten Sie existenzbedrohende Risiken versichern.

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Für viele junge Menschen beginnt bald ein neuer Lebensabschnitt: Mit Studium oder Ausbildung sollten Sie daran denken, Ihren Versicherungsschutz auf die neue Situation anzupassen.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Der Versicherungsschutz muss nach der Schule angepasst werden.
  • Studenten und Auszubildende sollten existenzielle Risiken unbedingt versichern.
  • Wir listen auf, welche Versicherungen Sie jetzt klären sollten.

Nach der Schule stehen junge Menschen auf eigenen Beinen – und müssen sich mit einigen Versicherungen auseinandersetzen. Darum sollten Sie sich insbesondere um Dinge kümmern, bei denen besonders hohe Schäden drohen: Wir empfehlen – wenn Sie nicht mehr über die Eltern abgesichert sind – eine Privathaftpflichtversicherung. Auch eine Absicherung der Arbeitskraft ist wichtig, hier können Sie aber auch als Schüler und Studenten bereits die Weichen für einen guten Schutz stellen.

Krankenversicherung

Als Auszubildender sind Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) in der Regel pflichtversichert. Als Student können Sie bis zum 25. Lebensjahr über die Eltern in der gesetzlichen Krankenkasse beitragsfrei im Rahmen der Familienversicherung mitversichert werden. Aber Achtung: Wer beim Studentenjob mehr als 450 Euro verdient, muss sich auch selber versichern. Für den Job in den Semesterferien gelten aber Ausnahmen, da darf auch mal mehr verdient werden.

Sind Sie bereits privat krankenversichert und wollen dieses während des Studiums auch bleiben, muss der bestehende Vertrag beitragspflichtig fortgeführt werden. Zumeist läuft auch die private Krankenversicherung über die Eltern, eine kostenlose Familienversicherung wie bei der GKV gibt es hier aber nicht.

Für Auslandsaufenthalte ist eine Auslandsreisekrankenversicherung wichtig. Auch bei Reisen in Länder, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht, wird ein notwendiger Rücktransport von der Krankenkasse nicht bezahlt. Dadurch können Ihnen hohe Kosten entstehen.

Immer mehr Versicherungen bieten Krankenzusatzversicherungen (zum Beispiel für Zahnbehandlungen) an, auch für Studenten. Auf der einen Seite ist es tatsächlich so, dass die Beiträge niedriger sind, wenn Sie in jungen Jahren abschließen. Auf der anderen Seite müssen Sie sich fragen: Was brauche ich wirklich – und was kann ich im Moment dafür ausgeben?

Privathaftpflichtversicherung

Dieser Schutz ist unverzichtbar. Jeder haftet für Schäden, die er einem anderen zufügt, mit allem was er hat und zukünftig erwirtschaftet. Wenn Ihre Eltern eine Haftpflichtpolice haben, gelten Familienangehörige bei den meisten Tarifen als mitversicherte Personen. Dazu zählen beispielsweise unverheiratete Kinder während der Schulzeit und der sich unmittelbar anschließenden Berufsausbildung oder dem Studium. Einige Anbieter haben eine Altersgrenze bei 25 Jahren, die kann aber von Versicherer zu Versicherer variieren.

Ist die Ausbildung abgeschlossen oder das entsprechende Alter erreicht, wird ein eigener Vertrag notwendig.

Berufsunfähigkeitsversicherung

Die eigene Arbeitskraft ist die Grundlage zur Sicherung des Lebensunterhalts. Vor Unfall und Krankheit schützt keine Versicherung, wohl aber vor den finanziellen Folgen. Wer für längere Zeit aus gesundheitlichen Gründen seinen Beruf nicht mehr ausüben kann, steht oft vor existenziellen Problemen. Daher empfehlen wir dringend den Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung (“BU”).

Schüler, Studenten und Berufseinsteiger stehen bei Verlust ihrer Arbeitskraft vor besonderen Problemen. Für sie besteht oft kein oder nur ein eingeschränkter Schutz über die gesetzlichen Rentenversicherungsträger.

Je früher Sie einen Vertrag abschließen, desto geringer sind die Beiträge. Auch Schüler und Studenten sollten sich bereits um eine erste BU-Absicherung bemühen. Sie profitieren oft noch von den günstigen Beiträgen und von einer vorteilhaften Einstufung der Berufsgruppe. Diese bleibt bestehen, auch wenn später ein risikoreicher Beruf ausgeübt wird. Außerdem spielen Vorerkrankungen eine große Rolle für den Abschluss. Wer in jungen und hoffentlich gesunden Jahren bereits einen Vertrag hat, ist auf der sicheren Seite und kann diesen nach und nach ausbauen.

Achtung: Sie sollten daher beim Vertragsabschluss auf ausreichende Möglichkeiten zur “Nachversicherung” achten, um später ohne erneute Gesundheitsprüfung die Versicherungsleistung Ihrem Bedarf entsprechend erhöhen zu können.

Hausratversicherung

Meistens ist für die erste eigene Wohnung eine Hausratversicherung noch nicht so wichtig. Je nach Versicherungsbedingungen können auswärts wohnende Studenten über die elterliche Versicherung gegen Einbruch & Co. abgesichert sein – das sollten Sie aber vorsichtshalber vorab mit dem Versicherer klären. Die Versicherungsleistung ist dann in der Regel gedeckelt.

Private Rente und Lebensversicherung

Die gesetzliche Rente allein wird für die jüngeren Generationen kaum noch für den gewohnten Lebensstandard ausreichen. Je jünger Sie sind, desto weniger haben Sie später vom Staat zu erwarten. Es ist ein guter Zeitpunkt, sich darum zu kümmern, wenn es in den ersten Job geht.

Autoversicherung

Wenn Sie Auto fahren, muss eine Kfz-Haftpflichtversicherung bestehen. Doch ob es auch noch eine Teil- / Vollkaskoversicherung sein muss, hängt von zwei Faktoren ab: von Ihrem Geldbeutel und vom Auto. Denn für ältere Fahrzeuge lohnt sich der Kaskoschutz oft nicht mehr.

Quellenangabe: Dieser Inhalt wurde von der Gemeinschaftsredaktion in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und unserem Bundesverband (vzbv) für das Netzwerk der Verbraucherzentralen in Deutschland erstellt.

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Wer mit dem Studium anfängt, hat viel zu organisieren: neue Wohnung, neues Lernen, neues Leben. Auch die Versicherungen müssen an diesen Lebensabschnitt angepasst werden.

Versicherungsunternehmen werben gerne bei Studierenden. Doch nicht alles, was angepriesen wird, ist wirklich notwendig.

Das Positive gleich vorweg: In vielen Bereichen brauchen die Hochschüler überhaupt noch keine eigene Versicherung, da sind sie oft noch über die Eltern mitversichert. Und auch dort, wo eigene Versicherungen nötig sind, heißt es: Angebote vergleichen und vor allem auch das Kleingedruckte studieren!

Krankenversicherung

Eine der wichtigsten Absicherungen ist die eigene Krankenversicherung. Viele Studienanfänger sind noch bei den Eltern mitversichert. In der gesetzlichen Krankenversicherung geht das bis zum Alter von 25 Jahren, zuzüglich des Wehr- oder Freiwilligendienstes.

Diese Familienversicherung ist kostenlos. Wer über die Eltern privat krankenversichert ist, muss sich entscheiden, ob er während des Studiums privat versichert bleiben möchte oder nicht.

 

Wer sich einmal für die private Krankenversicherung im Studium entschieden hat, kann während der gesamten Studienzeit nicht mehr in die gesetzliche Krankenkasse wechseln!

 

Nach dem 25. Lebensjahr werden Studenten, die an staatlichen oder staatlich anerkannten Hochschulen eingeschrieben sind, versicherungspflichtig in der studentischen Krankenversicherung. Diese Mitgliedschaft ist bis zum Abschluss des 14. Fachsemesters, längstens jedoch bis zur Vollendung des 30. Lebensjahres möglich. Wie für alle anderen Krankenkassen-Mitglieder setzt sich der Beitrag aus einem einheitlichen Sockelbetrag und einem kassenindividuellen Zusatzbeitrag zusammen. Damit zahlen auch Studierende – je nach Zusatzbeitrag ihrer Krankenkasse – einen unterschiedlichen Beitragssatz.

Der gemeinsame Sockelbetrag beläuft sich auf 10,22 Prozent des seit dem Wintersemester 2016/2017 geltenden BAföG-Bedarfssatzes von 649 Euro. Das sind 66,33 Euro. Zusätzlich zu zahlen sind die Pflegeversicherung von 2,55 Prozent (für Studierende über 23 ohne Kinder: 2,8 Prozent) sowie der jeweilige Zusatzbeitrag der gewählten Krankenkasse.

 

Beispielrechnung für Studenten, Fach- und Meisterschüler:

  • Beitragssatz 10,22% + Zusatzbeitrag
  • Bemessungsgrundlage 649,- €
  • Krankenkassenbeitrag 66,33 €
  • Pflegekassenbeitrag (2,8%) 18,17 €

Gesamt 84,50 € + Zusatzbeitrag

Beispielrechnung für Studenten, Fach- und Meisterschüler bei einem Zusatzbeitrag von 0,9%:

  • Beitragssatz 11,12%
  • Bemessungsgrundlage 649,- €
  • Krankenkassenbeitrag 72,17 €
  • Pflegekassenbeitrag (2,8%) 18,17 €

Gesamt 90,34 €

 

Privat versicherte Studenten zahlen einen individuellen Beitragssatz abhängig vom Leistungsumfang des gewählten Tarifs.

Wichtig für familienversicherte Studenten

Wer ein regelmäßiges monatliches Gesamteinkommen von mehr als 435 Euro / 450 Euro Minijob hat, für den endet die Familienversicherung. Studenten müssen sich dann in der Regel selbst versichern.

Zurück in die Gesetzliche Krankenversicherung dürfen Sie nur, wenn Sie versicherungspflichtig werden. Dies betrifft vor allem Arbeitslose sowie Angestellte, deren Einkommen für die Dauer von mindestens einem Jahr unter die Versicherungspflichtgrenze gesunken ist. 2016 liegt diese Einkommensgrenze bei einem jährlichen Bruttogehalt von 56.250 Euro; 2017 werden es 57.600 Euro sein.

 

Krankenversicherung im Ausland

Viele Studenten legen während des Studiums ein oder zwei Semester im Ausland ein. Die Wahl der Krankenversicherung hängt von dem Ort ab, an dem das Studium fortgesetzt wird. Liegt die Universität in Europa, gelten meist Sozialabkommen zwischen den Ländern. Auslandsstudenten erhalten dann, als gesetzlich Krankenversicherte im Ausland die gleichen Leistungen, wie die Kommilitonen vor Ort. Die Leistungen können dort aber geringer ausfallen, als hier in Deutschland. Zudem werden Leistungen wie Krankenrücktransport oder privatärztliche Behandlung nicht erstattet. Daher ist es ratsam, eine ergänzende Auslandskrankenversicherung abzuschließen.

Findet der Studienaufenthalt im außereuropäischen Ausland statt, beispielsweise den USA, leistet die gesetzliche Krankenkasse gar nicht. Man benötigt dort unbedingt eine private Krankenversicherung.

Die Angebote der Versicherer sind unterschiedlich, auch im Preis. Die Verträge haben feste Laufzeiten, die in der Regel nicht verlängert werden. Eine Versicherung mit einer Laufzeit von einem Jahr kostet zwischen 350 und 1.300 Euro. Vor dem Abschluss eines Vertrages sollten Sie mehrere Angebote vergleichen. Die Bedingungen und die Leistungen sind entscheidend, nicht die Prämie.

 

Die private Auslandskrankenversicherung übernimmt in der Regel nicht die Kosten, die aufgrund von chronischen Erkrankungen oder einer Behinderung entstehen.

 

Private Haftpflichtversicherung

Eine private Haftpflichtversicherung braucht jeder – auch während des Studiums. Die private Haftpflichtversicherung zahlt, wenn man fahrlässig bei einer anderen Person einen Schaden verursacht. Personenschäden, aber auch Sachschäden gehen schnell in die Hunderttausende. Die Mindestversicherungssumme sollte drei, besser fünf Millionen Euro nicht unterschreiten.

Im Studium ist man in der Regel noch über die Eltern versichert, sofern diese eine Haftpflichtversicherung haben. Der Schutz besteht für volljährige unverheiratete Kinder, die sich in einer Schul- oder direkt anschließenden Berufsausbildung befinden. Nach Ende der ersten Berufsausbildung oder mit Erreichen einer vertraglich festgelegten Altersgrenze (meist ab 25 Jahren) benötigt jeder eine eigene Haftpflichtversicherung.

Vorsicht: Bei einer Pause zwischen Ende der Schulausbildung und des Studienbeginns kann bei einer Auslandsreise von mehreren Monaten der Versicherungsschutz verloren gehen.

 

Melden Sie dem Versicherungsunternehmen Ihren Studentenstatus und fragen Sie, unter welchen Voraussetzungen Versicherungsschutz besteht.

 

Berufsunfähigkeitsversicherung

Wichtig für Studenten ist der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Studenten und junge Arbeitnehmer, die durch Krankheit oder Unfall nicht mehr in der Lage sind zu arbeiten, erhalten meist keine gesetzliche Erwerbsminderungsrente. Die Berufsunfähigkeitsversicherung sichert den eigenen Lebensunterhalt.

Je jünger man in die Versicherung einsteigt, umso günstiger sind die Prämien. Das Studium ist ein guter Zeitpunkt, eine solche Versicherung abzuschließen, sofern man die Versicherungsbeiträge bezahlen kann. Es bestehen große Chancen, eine Berufsunfähigkeitsversicherung mit günstigen Bedingungen und niedrigen Beiträgen abzuschließen. Manche Anbieter legen Studenten problematische Vertragsbedingungen vor. Zum Teil ist der Schutz für die Zeit des Studiums unzureichend: Es gibt Anbieter, die nur dann eine Rente zahlen, wenn man gar keine berufliche Tätigkeit mehr ausüben kann.

Unterschiedlicher Qualität sind auch die Bedingungen für die Zeit nach dem Studium. Stichwort hierfür ist etwa die sogenannte Nachversicherungsgarantie.

 

Achten Sie darauf, dass die Rente nachträglich ohne Gesundheitsprüfung bis zu einem möglichst hohen Alter erhöht werden kann. Versicherungen bezeichnen dies als Nachversicherungsgarantie. Eine Erhöhung ist z. B. bei Heirat möglich oder bei einem Einkommenssprung im Beruf.

 

Sollte der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung nicht möglich sein, kann über eine Unfallversicherung nachgedacht werden. Die Unfallversicherung ist kein Ersatz, da nur im Fall einer dauerhaften Invalidität durch Unfall, nicht aber bei Krankheit gezahlt wird.

 

Vorsicht bei Angeboten, die den Schutz vor Berufsunfähigkeit mit einer Altersversorgung kombinieren

Bei diesen Kombi-Produkten wird die Versicherung gegen eine Berufsunfähigkeit mit Produkten zur Altersvorsorge in ein Paket gesteckt – etwa mit klassischen oder auch fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen.

In solchen Fällen ist der Berufsunfähigkeitsschutz in der Regel eine Zusatzversicherung zum Altersvorsorgeprodukt. Problem dabei: Oftmals können die Beiträge für diese teuren Kombi-Produkte nicht dauerhaft aufgebracht werden. Gründe hierfür können zum Beispiel spätere Arbeitslosigkeit, geringeres Einkommen, Kinder, Scheidung oder Krankheit sein. Muss aber die Altersvorsorge aufgegeben werden, erlischt bei Kombi-Produkten zugleich auch sehr oft der Schutz gegen Berufsunfähigkeit. Wer später vielleicht wieder eine neue Versicherung abschließen möchte, wird dann wegen seines fortgeschrittenen Alters und eventueller zwischenzeitlicher Erkrankungen möglicherweise gar keinen Schutz mehr bekommen oder ihn mit erheblichen Zuschlägen bezahlen müssen.

 

Unfallversicherung

Eine Unfallversicherung ist wichtig, wenn keine gesetzlichen Rentenansprüche bestehen oder keine Absicherung über eine Berufsunfähigkeitsversicherung möglich ist. Wichtig ist die Vereinbarung einer hohen Versicherungssumme für den Fall, dass ein Unfall zur Invalidität führt.

Ergänzende Versicherungen

Hausratversicherung?

Erst einmal ist zu klären, ob im konkreten Fall der Hausrat im Wohnheim oder Studentenzimmer über den Vertrag der Eltern versichert ist. Andernfalls lohnt sich der Abschluss einer Hausratversicherung sehr häufig nur bei teurem Hausrat.

Haftpflichtversicherung für Moped, Motorrad oder Auto?

Auch bei dieser Pflichtversicherung sollte man auf die Preise achten. Unter Umständen sind Teil- oder Vollkaskoversicherungen sinnvoll.

 

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Warum brauche ich eine Berufs­unfähigkeits­versicherung? Wie Sie sich gegen Verlust des Einkommens absichern.

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Jeder, der seine Arbeits­kraft absichern muss, sollte einen Schutz bei Berufs­unfähigkeit haben. Die gesetzliche Renten­versicherung bietet mit der Erwerbs­minderungs­rente bei Invalidität nur bedingt Schutz – und dann auch nur in geringer Höhe. Eine volle Erwerbs­minderungs­rente erhalten Sie, wenn Sie gesund­heits­bedingt nur noch weniger als drei Stunden täglich irgend­einer Tätig­keit nachgehen könnten. Eine halbe Erwerbs­minderungs­rente gibt es, wenn Sie noch zwischen drei und sechs Stunden arbeiten könnten. Voraus­setzung sind grund­sätzlich 60 Beitrags­monate bei der Rentenkasse und davon mindestens 36 Pflicht­beiträge.

Quelle: Stiftung Warentest

 

 

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Was eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung mindestens enthalten sollte. Wählen Sie eine Rente in der richtigen Höhe. Informieren sie sich jetzt bei ProFair24.

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Der Weg zu einem guten Versicherungsschutz ist oft mühsam. Es gibt viele Anbieter mit noch mehr Tarifen mit unterschiedlichstem Leistungsumfang und Vertragsbedingungen. Das macht die Auswahl sehr schwer. Dazu kommen noch Probleme beim Abschluss: die gesundheitlichen Voraussetzungen, der ausgeübte Beruf, das riskante Hobby – all diese Punkte werden unterschiedlich von den Gesellschaften bewertet und werden dadurch zu weiteren Hindernissen auf dem Weg zum Versicherungsschutz.

Damit ein Vertrag wirklich verlässlichen Schutz bietet, müssen unserer Ansicht nach mindestens folgende Regelungen enthalten sein:

  1. Die Rente wird gezahlt, wenn der Versicherte infolge von Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall in seinem in gesunden Tagen zuletzt ausgeübten Beruf nicht mehr zu mindestens 50 Prozent tätig sein kann. Das gilt auch bei einem Berufswechsel. Beispiel: Wer Bauschlosser gelernt hatte, aber jetzt als IT-Experte arbeitet, bei dem wird nur die Tätigkeit als IT-Experte geprüft.
  2. Es wird nicht geprüft, ob man mit seinen Kenntnissen und Fähigkeiten oder seiner Erfahrung und Ausbildung noch eine andere Tätigkeit ausüben könnte (so genannter “abstrakter Verweisungsverzicht”). Beispiel: Es wird nicht geprüft, ob ein operierender Chirurg auch als Fachgutachter tätig sein könnte, wenn seine Hand nach einem Unfall verkrüppelt ist.
  3. Berufsunfähigkeit liegt vor, wenn der Versicherte voraussichtlich sechs Monate lang zu mehr als 50 Prozent berufsunfähig sein wird oder dieser Zeitraum schon verstrichen ist.
  4. Die Rente wird auch rückwirkend ab dem ersten Tag des Sechs-Monats-Zeitraums gezahlt.
  5. Bei verspäteter Meldung wird die Rente mindestens drei Jahre lang rückwirkend gezahlt.
  6. Während der Leistungsprüfung wird auf Wunsch der Beitrag gestundet. Denn wer berufsunfähig ist, dem fällt es oft auch schwer, die monatlichen Versicherungsbeiträge weiter zu zahlen.
  7. Der Versicherer verzichtet darauf, den Vertrag zu kündigen oder die Beiträge anzuheben, wenn sich später herausstellt, dass der Versicherte ohne sein Verschulden Vorerkrankungen nicht angegeben hat. Das kann sonst zu einer bösen Überraschung führen, wenn Sie zwar lange Zeit in eine Versicherung eingezahlt hatten, diese aber bei einer eingetretenen Berufsunfähigkeit recherchiert, Vorerkrankungen findet und schließlich Zahlungen verweigert.
  8. Der Vertrag gilt weltweit.
  9. Bei einer befristeten Anerkennung verlangt der Versicherer nicht die Rückzahlung bereits gewährter Renten, wenn sich herausstellt, dass der Anspruch nicht gerechtfertigt war.

Einige Gesellschaften zahlen für ReHa-Maßnahmen und einmalige Übergangshilfen. Diese besonderen Leistungen sind zwar im Einzelfall hilfreich, sollten aber kein Auswahlkriterium sein.

Wählen Sie eine Rente in der richtigen Höhe

Die versicherte Rente sollte alle alltäglichen Ausgaben absichern, die auch nach Eintritt der Berufsunfähigkeit weitergezahlt werden müssen (zum Beispiel Haushaltskosten, Miete, Altersvorsorge).

80 Prozent vom derzeitigen Netto sind oft ein guter Richtwert.

Quellenangabe: Dieser Inhalt wurde von der Gemeinschaftsredaktion in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz und unserem Bundesverband (vzbv) für das Netzwerk der Verbraucherzentralen in Deutschland erstellt.

 

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Welche Versicherungen die wirklich brauchst! Wer sich vor Vertragsabschluss gut informiert, kann viel Geld und Ärger sparen.

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Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine Haftpflichtversicherung ist für jeden unverzichtbar.
  • Verzichtet werden kann meist auf Policen, die nur kleinere Schäden absichern.
  • Vor dem Abschluss oder der Ausweitung eines Vertrags sollten Angebote mehrerer Gesellschaften eingeholt werden.
  • Die Wahl des weiteren Versicherungsschutzes hängt stark von der individuellen Lebenssituation ab.

Mehr als 2.000 Euro geben Bundesbürger im Schnitt pro Jahr für Versicherungen aus. Dennoch sind viele Menschen keineswegs gegen Schäden oder Einbußen gut gewappnet. Entscheidend ist, dass der eigene Versicherungsschutz regelmäßig überprüft, an die eigene Lebenssituation angepasst wird und hierbei existenzbedrohende Risiken richtig versichert sind.

Policen, die jeder braucht

Der Versicherungsschutz sollte stets einen “GAU” versichern. Das heißt, der “größte anzunehmende Unfall” ist in jedem Fall abzusichern. Hierzu gehört auf alle Fälle der Abschluss einer privaten Haftpflichtversicherung in ausreichender Höhe: Wer anderen einen Schaden zufügt, muss mit Schadensersatzansprüchen rechnen. Und das kann teuer werden, im Extremfall sogar die Existenz bedrohen. Auch den eigenen Hausrat zu versichern, ergibt Sinn, da eine Neuanschaffung zum Beispiel nach einem Brand, einem großen Wasserschaden oder bei verwüstetem Inventar nach einem Einbruch von vielen Privathaushalten nicht gestemmt werden kann.

Individueller Schutz

Wer etwa Nachwuchs erwartet, sollte über einen zusätzlichen Schutz für die Familie nachdenken. Eine Risikolebensversicherung etwa sichert die Angehörigen im Fall des eigenen Todes finanziell ab. Mit einer Berufsunfähigkeitsversicherung können sich Versicherte gegen dauerhafte Verdienstausfälle durch Krankheit oder Unfall schützen. Wer Besitzer eines Eigenheimes ist, darf auf die Wohngebäudeversicherung nicht verzichten. Als Zusatz zur Wohngebäudeversicherung empfiehlt sich auch der Abschluss einer Elementarschadenversicherung.

Überflüssige Versicherungen

Verzichtet werden kann auf Policen, die nur kleinere Schäden absichern, wie dies beispielsweise bei einer Reisegepäckversicherung der Fall ist. Der Verlust eines Koffers lässt sich in der Regel leicht ersetzen. Glas-, Sterbegeld- und private Arbeitslosenversicherungen sind ebenfalls entbehrlich. Auch Extra-Geräteversicherungen für Fahrräder, Handys, Laptops oder Brillen lohnen sich nur bei extrem teuren Anschaffungen.

 

Immer mehrere Angebote

Soll eine Versicherung abgeschlossen oder neu bewertet werden, muss nicht unbedingt ein Versicherungsvermittler her. Denn oft werden auch Versicherungsprodukte abgeschlossen, die unnötig oder im Vergleich zu anderen Anbietern teurer sind. Kosten und Ärger spart, wer sich selbst informiert, welche Versicherungen es gibt und welche man braucht. Deshalb sollten vor dem Abschluss oder der Ausweitung eines Vertrags Angebote mehrerer Gesellschaften eingeholt werden. Wichtig hierbei: Nicht nur die Kosten vergleichen, sondern auch auf eine möglichst jährliche Kündigungsmöglichkeit und Zahlungsweise sowie auf den Versicherungsumfang und mögliche Ausschlüsse achten.

 

Zusätzliche Versicherungen: Wer braucht was?

Die Wahl eines zusätzlichen Versicherungsschutzes hängt stark von der individuellen Lebenssituation ab. Dabei sind folgende Versicherungen für die genannten Personengruppen sehr wichtig:

Singles, Ehepaare, eingetragene Partnerschaft und eheähnliche Gemeinschaften

Mindestabsicherungen

Krankenversicherung

Privathaftpflichtversicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung

Familie mit Kindern

Krankenversicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung

Privathaftpflichtversicherung

Kinderinvaliditätsversicherung

(Kinder)Unfallversicherung

Risiko-Lebensversicherung

Alleinerziehende

Krankenversicherung

Berufsunfähigkeitsversicherung

Risiko-Lebensversicherung

Kinderinvaliditätsversicherung

Privathaftpflichtversicherung

(Kinder)Unfallversicherung

Rentner

Krankenversicherung

Privathaftpflichtversicherung

(Empfehlungen der Verbraucherzentrale)

Tipps zum Versicherungsabschluss

  • Jeder Versicherungsschutz sollte den größten anzunehmenden Unfall absichern. Hierzu zählen der Todesfall, die Invalidität und das Verursachen eines Schadens.
  • Vor dem Vertragsabschluss unbedingt die gesamten Versicherungsunterlagen samt Versicherungsbedingungen aushändigen lassen und gründlich lesen.
  • Jeder Versicherungsnehmer hat Anspruch auf die Verbraucherinformationen. Dazu zählt auch die Belehrung über das Recht zum Widerruf.
  • Jedem Versicherungsnehmer ist ein sog. Produktinformationsblatt zur Verfügung zu stellen. Dieses muss die wesentlichen Vertragspunkte zum versicherten Risiko, Prämienhöhe, Ausschlüsse, Obliegenheiten, Laufzeit und Beendigungsmöglichkeiten enthalten und bietet in dem Unterlagenwirrwarr einen guten Überblick.
  • Nie Versicherungsanträge sofort nach dem Gespräch mit einem Versicherungsvermittler unterschreiben. Vor der Unterschrift lieber Vergleichsangebote anfordern. Hilfestellung gibt es bei der Versicherungsberatung der Verbraucherzentrale.

Tipp der Redaktion

Jeder sollte in der heutigen Zeit über den Abschluss einer Rechtsschutzversicherung nachdenken. Hier finden sie die aktuellen Angebote >>>

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Wichtige Versicherungen zum Ausbildungsbeginn. Welche Versicherungen benötigen Azubis zum Ausbildungsstart? Alle wichtigen Informationen findest du bei ProFair24. Wir informieren unabahängig zu allen Versicherungsprodukten.

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  • Welche Versicherungen benötigen Azubis zum Ausbildungsstart?
  • Was ist Pflicht, was weniger sinnvoll?
  • Sollen Auszubildende schon fürs Alter vorsorgen?

 

Mit Ausbildungsbeginn den Versicherungsschutz auf die neue Situation ausrichten: auch wenn Versicherungen nicht gerade ein beliebtes Thema bei jungen Menschen sind, sollten Eltern mit ihren Kindern zusammen die bestehenden Versicherungen checken und gegebenenfalls den Versicherungsschutz anpassen.

Welche Versicherungen benötige ich zum Ausbildungsstart?

  1. Krankenversicherung: „Auszubildende sind in der Regel in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert“ erklärt Roland Stecher, Versicherungsexperte der Verbraucherzentrale Bremen. Bei Auslandsaufenthalten ist eine Auslandsreisekrankenversicherung wichtig, um hohe Kosten im Falle einer Krankheit zu vermeiden. Krankenzusatzversicherungen sollten gründlich überlegt sein. Auch wenn die Beiträge bei jungen Menschen noch gering sind, belasten sie doch das monatliche Budget.
  2. Privathaftpflichtversicherung: Eine Privathaftpflichtversicherung ist unverzichtbar. Roland Stecher dazu: „Jeder Mensch haftet für Schäden, die er einem anderen zufügt, mit allem was er hat und zukünftig erwirtschaftet. Wenn die Eltern eine Haftpflichtpolice haben, gelten Familienangehörige bei den meisten Tarifen als mitversicherte Personen.“ Dazu zählen beispielsweise unverheiratete Kinder während der Schulzeit und der sich unmittelbar anschließenden Berufsausbildung oder dem Studium.
  3. Berufsunfähigkeitsversicherung: Die eigene Arbeitskraft ist die Grundlage zur Sicherung des Lebensunterhalts. Daher ist der Abschluss einer privaten Berufsunfähigkeitsversicherung dringend zu empfehlen. Auch Auszubildende und Berufseinsteiger stehen bei Verlust ihrer Arbeitskraft vor besonderen Problemen. Sie haben in der Regel die Einstiegsvoraussetzungen für den Bezug einer gesetzlichen Erwerbsminderungsrente nicht erfüllt. Dafür müssen in den letzten fünf Jahren 36 Monate Pflichtbeiträge in die gesetzliche Rentenversicherung gezahlt worden sein. Doch selbst wenn später ein Anspruch besteht, reichen die Leistungen oft bei weitem nicht aus. Roland Stecher erklärt: „Je früher ein Vertrag abgeschlossen wird, desto geringer sind die Beiträge. Außerdem spielen Vorerkrankungen eine große Rolle, ob ein Antragsteller überhaupt einen Vertrag bekommt und zu welchen Bedingungen.“

Was ist weniger sinnvoll?

Bestehen in der Familie Verträge zur finanziellen Absicherung vor den Folgen eines Unfalles, sollten die Vertragsinhalte auf die Lebenssituation als Auszubildender oder Berufsanfänger angepasst werden. Der Umfang ist aber nicht mit einer wesentlich umfassenderen Berufsunfähigkeitsversicherung vergleichbar. „Dagegen ist eine Hausratsversicherung für die erste eigene Wohnung häufig überflüssig, sagt Roland Stecher. Je nach Versicherungsbedingungen können auswärts wohnende Studierende über die elterliche Versicherung gegen Einbruch & Co. abgesichert sein.

Vorsorge fürs Alter

Die gesetzliche Rente allein wird für die jüngeren Generationen kaum noch für den gewohnten Lebensstandard ausreichen. Es ist ein guter Zeitpunkt, sich darum zu kümmern, wenn es in den ersten Job geht. Altersvorsorge hat grundsätzlich nichts mit Versicherung zu tun, sondern mit Geldanlage. Dafür sind Fondssparpläne oder ETF´s eine gute Wahl. Mit geringen Kosten und großer Flexibilität sind sie für den Einstieg in eine eigene Vorsorgestrategie hervorragend geeignet.

 

Angebote für eine flexible Altersvorsorge für Berufsstarter >>>

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