Altenpflegehelfer ist ein Ausbildungsberuf, der aufgrund der demografischen Entwicklung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Angehörige dieses Berufes unterstützen Altenpfleger und Krankenpfleger in der Pflege und Betreuung älterer Menschen.

Altenpflegehelfer arbeiten als Angestellte in stationären Einrichtungen (z. B. Alten- und Pflegeheim, Krankenhaus), Demenzwohngemeinschaft und Hospizen sowie in teilstationären Einrichtungen (z. B. Tagespflege) oder ambulanten Diensten (z. B. Sozialstation, Ambulante Pflegedienste). Arbeitgeber sind u. a. Awo, Caritas, Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie, Lebenshilfe und andere kommunale und private Träger. Teilweise bieten diese auch die entsprechende schulische Ausbildung an.
Aufgaben.
Altenpflegehelfer unterstützen alte Menschen bei der Körperpflege (Waschen, Duschen, Toilettengang), bei der Ernährung (Zubereiten und Aufnahme der Nahrung), in der Mobilität (An- und Auskleiden, Aufstehen und Zubettgehen, Umbetten), in der Haushaltsführung und begleiten sie bei Spaziergängen, Einkäufen oder Arztbesuchen. Sie bieten Gespräche an, regen zur Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen an und helfen bei der Tagesgestaltung. Dabei ist die Hilfe so ausgerichtet, dass trotz altersbedingter Einschränkungen Selbstbestimmung und Eigenständigkeit soweit wie möglich erhalten bleiben. Für ihre Tätigkeit benötigen sie neben einer guten körperlichen Konstitution Einfühlungsvermögen, Geduld und Verantwortungsbewusstsein. Zu den Aufgaben gehören auch das Einschätzen einer Wunde, Erste Hilfe und das Übermitteln von Informationen an die Fachkraft bei Besonderheiten oder Auffälligkeiten.

In Deutschland ist die Ausbildung landesrechtlich geregelt. Rechtliche Regelungen liegen für die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen vor (Stand Oktober 2019). Zuständig sind die nach dem Bundesgesetz erlassenden Landesbehörden. Im April 2018 wurde ein neues Gesetz über die Berufe in der Altenpflege (Altenpflegegesetz) verabschiedet, in dem auch der Ausbildungsberuf des Altenpflegehelfers geregelt ist.

Die Ausbildung findet in Berufsfachschulen statt und dauert in Vollzeit ein bis zwei Jahre, in Teilzeit zwischen zwei und drei Jahren. Auch die Zulassungsvoraussetzungen sind in den verschiedenen Bundesländern unterschiedlich, häufiger wird der Hauptschulabschluss als Voraussetzung genannt. Die Ausbildung schließt mit einer staatlichen Abschlussprüfung ab. Sie gliedert sich in einen praktischen und einen theoretischen Teil. In Praktika werden Erfahrungen in den berufstypischen Arbeitsmethoden und die Abläufe in Einrichtungen der Altenhilfe gesammelt. Zu den theoretischen Inhalten gehören körperliche, psychische und soziale Veränderungen im Alter, altersbedingte und alterstypische Krankheiten, Methoden der Pflege und Unterstützung alter Menschen sowie die Planung und Dokumentation von Pflegeprozessen. Auch die Besonderheiten der Unterstützung von Menschen mit Demenz oder einer Behinderung und die Pflegesituation bei Schwerstkranken und sterbenden Menschen finden Berücksichtigung. Einen weiteren Bereich nehmen die Unterschiede zwischen stationärer und ambulanter Pflege ein sowie Informationen zu Trägern, Diensten und Einrichtungen der Altenpflegehilfe. Daneben werden einige allgemeinbildende Fächer, wie Deutsch, Wirtschafts- und Sozialkunde, gelehrt.

Die Finanzierung in der Zeit der Ausbildung ist unterschiedlich geregelt. Teilweise wird eine Ausbildungsvergütung gezahlt, teilweise sind Lehrgangsgebühren zu entrichten, die wiederum durch Bildungsgutscheine der Agentur für Arbeit abgedeckt sein können. Auch ist zur Absicherung der Lebenshaltungskosten die Beantragung von BAföG möglich.

Einige Ausbildungsstätten in Deutschland bieten spezielle Ausbildungsmöglichkeiten für Nichtmuttersprachler an. Parallel mit der Ausbildung zum Altenpflegehelfer werden sprachliche Kompetenzen vermittelt sowie durch das Unterrichtsfach Staatsbürgerkunde auf den Einbürgerungstest vorbereitet.

Auch als Umschulung kann der Beruf zum Altenpfleger gewählt werden. Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend betont die Eignung als beruflichen Neuanfang in der mittleren Lebensphase, etwa bei bestehender Arbeitslosigkeit oder nach der Familienphase. Für die persönliche Eignung sei es wichtig, gern mit älteren Menschen zusammen zu sein und keine Scheu vor körpernaher praktischer Arbeit zu haben. Als weiteres Charakteristikum der Berufseignung werden ebenso die Fähigkeit zum eigenverantwortlichen Handeln wie zur Teamarbeit genannt. Bei Vorliegen der Fördervoraussetzungen kann die Umschulung durch Bildungsgutscheine der Agenturen für Arbeit finanziell unterstützt werde.

In den Ausbildungsstrukturen in Österreich und Schweiz kommt das Berufsbild in Unterscheidung zum Altenpfleger nicht vor.

Quelle: Wikipedia

 

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Roland Richert
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