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  • Erstellungsdatum 11. November 2021
  • Zuletzt aktualisiert 11. November 2021

Versicherungsschaden richtig melden

Die einzelnen Versicherungssparten versichern gegen unterschiedliche Risiken; die Versicherungsnehmer müssen unterschiedliche Pflichten – sogenannte Obliegenheiten – erfüllen,
um den vollen Versicherungsschutz zu haben; die Versicherer sind abhängig von der Versicherungssparte zu unterschiedlichen Leistungen verpflichtet.

 

Verletzt der Versicherte eine der Obliegenheiten, kann der Versicherer den Vertrag kündigen, bevor der Schadensfall eingetreten ist. Wird bei Eintritt des Schadensfalls oder danach eine
Obliegenheit vorsätzlich verletzt oder der Versicherungsfall vorsätzlich herbeigeführt, muss der Versicherer nicht leisten. Wird eine Obliegenheit nur einfach fahrlässig verletzt, hat dies
keine negativen Folgen für den Versicherungsnehmer. Problematisch ist es, wenn eine Obliegenheit grob fahrlässig verletzt wird. Dann hat der Versicherer das Recht, seine Leistung zu
kürzen. Um wie viel Prozent beziehungsweise um welchen Betrag der Versicherer die Leistung kürzen darf, richtet sich danach, wie schwer das Verschulden des Versicherungsnehmers
wiegt (siehe Seite 142). Die Pflichten, die den Versicherungsnehmer treffen, können auch für einen Dritten gelten, sofern dieser Repräsentant des Versicherungsnehmers ist,
das heißt befugt, selbstständig in einem gewissen, nicht ganz unbedeutenden Umfang für den Versicherungsnehmer zu handeln (vgl. BGH VersR 1993, 828).


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Roland Richert

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