Darauf sollten sie achten!

Verbraucherschutz: Mehr Rechte für Versicherungskunden

Was Versicherungskunden unbedingt beachten sollten

Vertragspartner
Gesetzliche Krankenkassen treten beim Abschluss von Zusatzversicherungen nicht selbst als Versicherer, sondern lediglich als Vermittler auf. In der Regel unterhalten sie einen Rahmenvertrag mit privaten Krankenversicherungen. Ein Vertragsverhältnis besteht nur zwischen den Versicherten und der privaten Krankenversicherung. Unstimmigkeiten müssen auch mit diesem Anbieter geregelt werden.

Werbung
Die Kassen dürfen schriftliches Werbematerial über die Angebote ihrer Partner versenden. Das gilt jedoch nicht für Werbeanrufe, denen Versicherte vorher nicht ausdrücklich zugestimmt haben; – dies sind verboten.

Fragen zur Gesundheit
Wer eine private Zusatzversicherung abschließen will, muss fast immer eine Gesundheitsprüfung über sich ergehen lassen – dies gilt teilweise nicht für eine Auslandsreisekrankenversicherung. Wichtig ist, dass die Fragen zur Gesundheit wahrheitsgemäß beantwortet werden. Bei nachweislich falsch beantworteten Fragen droht eine Leistungsverweigerung des Versicherers oder sogar die Kündigung des Vertrages.

Achtung: Die Vollständigkeit einiger Daten wird erst bei Meldung eines Versicherungsfalles geprüft. Die Versicherung ist nicht verpflichtet, die Daten bei Vertragsabschluss zu überprüfen.

Tarife
Wer eine Zusatzversicherung bei einem Privatversicherer über die gesetzliche Krankenkasse abschließt, kann bis zu zehn Prozent sparen. Trotz dieser Sonderkondition sind die Angebote der eigenen Kasse nicht zwangsläufig die besseren oder günstigeren Versicherungen. Ein Vergleich mit weiteren Offerten ist unerlässlich, wenn man eine geeignete und günstige Versicherung abschließen will.

Wechselt ein Versicherter seine gesetzliche Krankenkasse, verliert er vereinbarte Vorzugskonditionen für eine private Zusatzversicherung und wird nach dem Wechsel für die gleiche Leistung stärker zur Kasse gebeten. Unter Umständen ist es dann sinnvoll, sich über Alternativen zu informieren und gegebenenfalls seine Versicherung zu wechseln. Bei Versicherten, die einen Zusatzschutz ohne Vermittlung ihrer gesetzlichen Kasse mit einem Privatversicherer vereinbart haben, bleibt nach einem Kassenwechsel alles beim Alten.

Wartezeiten
Wer eine Zusatzversicherung ohne Zutun seiner Kasse abschließt, kann die Leistungen in der Regel nicht sofort nach Vertragsabschluss in Anspruch nehmen. Üblich ist eine Wartezeit von drei Monaten. Bei speziellen Extras für Zahnersatz oder eine Entbindung im Krankenhaus müssen sich Patienten in der Regel acht Monate gedulden, bis sie Leistungen abrufen können. Wird der Ergänzungsschutz über die gesetzliche Kasse abgewickelt, verzichten einige Privatversicherer auf den üblichen Zeitkorridor. Allerdings findet im Versicherungsfall eine besonders intensive Überprüfung der Vorerkrankungen statt.

Finanzielle Begrenzung der Leistung
In den ersten Versicherungsjahren begrenzen viele Gesellschaften die Übernahme von Leistungen. Teilweise werden Kosten auch dauerhaft nur bis zu einem festgelegten Höchstbetrag übernommen.

Leistungsangebot
Die gesetzlichen Kassen haben mit privaten Versicherungen in der Regel pauschale Versicherungspakete vereinbart. Darin können auch Leistungen enthalten sein, die Versicherte nicht brauchen und trotzdem bezahlen müssen.

Ablehnung von Kunden
Private Versicherer dürfen Kunden aus triftigen Gründen ablehnen – zum Beispiel wenn eine Vorerkrankung vorliegt. Außerdem können sie von Versicherten bei bestimmten Erkrankungen Risikozuschläge verlangen oder bestimmte Risiken ganz ausschließen.

Altersbegrenzung
Einige Zusatzversicherungen können nur von Personen abgeschlossen werden, die jünger als 65 Jahre sind. Diese Altersbegrenzung ist häufig bei Zusatzversicherungen fürs Krankenhaus eingebaut. Einige Anbieter verzichten jedoch darauf. Ältere Personen werden allerdings oftmals mit höheren Beiträgen belastet. Grundsätzlich gilt: Mit zunehmenden Alter steigen die Tarife bei Neuabschluss.

Kinder
Privater Zusatzschutz bietet keinen kompletten Familienschutz. Kinder sind nicht automatisch bei den Eltern mitversichert. Für jede versicherte Person muss ein eigener Vertrag abgeschlossen werden.

Kleingedrucktes
Das Studium der allgemeinen Geschäftsbedingungen und der Tarifbeschreibungen ist unabdingbar. Denn nur an diesen Angaben lässt sich ablesen, was die Versicherung tatsächlich leistet und was ausgeschlossen wird.

Kündigungsrecht
Nach dem Versicherungsvertragsgesetz können Gesellschaften für einige Tarife in den ersten drei Jahren ohne Angabe von Gründen kündigen. Es gibt Versicherer, die darauf im Vertrag nicht verzichten. Kunden sollten deshalb vor dem Abschluss darauf achten, dass die Gesellschaft auf ein eventuelles Kündigungsrecht verzichtet. Dies kann man sich auch nochmals vor Unterschrift schriftlich bestätigen lassen.