Cyber Versicherung

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Cyber Versicherung

Cyber Versicherung: Der Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hat im April 2017 eine Musterbedingung sowie einen Risikofragebogen entwickelt. Die unverbindliche Musterbedingung richtet sich vor allem an kleine und mittelständische Unternehmen mit bis zu 250 Mitarbeitern und einem jährlichen Umsatz bis zu 50 Millionen Euro. Sie dient dazu, dass die Unternehmen und Makler einen Vergleichsmaßstab haben, um Versicherungsangebote zu bewerten. Der Fragebogen dient zur Risikoeinschätzung vor dem Abschluss einer Versicherung und gibt Auskunft über die Schwachstellen der firmeneigenen IT.

Drittschaden: Datenschutz und Cyber-Deckungen übernehmen diese Vermögensschäden, wenn der Versicherungsnehmer einen Kunden oder sonstigen Dritten, zum Beispiel aufgrund einer Datenrechtsverletzung, schädigt.

Eigenschaden: Bei einem Hacker-Angriff oder der Ausspähung persönlicher Daten kann jedoch auch dem Versicherungsnehmer selbst ein Schaden entstehen. Versicherungsrechtlich spricht man dabei von einem Eigenschaden. Deshalb bieten die Cyber-Versicherungen auch Schutz vor Eigenschäden, die durch einen Hacker-Angriff, eine DoS-Attacke (Denial of Service, engl. für Dienstverweigerung), Computermissbrauch, Diebstahl von Datenträgern oder eine sonstige Datenrechtsverletzung entstehen.

Dabei dienen Cyber-Versicherungen nicht nur dazu, den direkten Schaden auszugleichen, den der Angriff verursacht hat, sondern vor allem für die Kosten aufzukommen, die mit der vollständigen Wiederherstellung der Geschäftstätigkeit verbunden sind. Dazu gehören die Kosten für

  • die Wiederherstellung und die Reparatur der IT-Systeme,
  • die Beauftragung externer Computer-Forensik-Analysten,
  • die Beauftragung spezialisierter Anwälte,
  • professionelles Krisenmanagement und PR,
  • Kreditschutz- und Kreditüberwachungsservices,
  • die strafrechtliche Verteidigung (Internet-Straf-Rechtsschutz),
  • die notwendigen Mehrkosten zur Fortführung des Business.

Für Betreiber von Webshops oder sonstigen E-Commerce-Anwendungen kann der Versicherungsumfang zum Beispiel auch durch eine Betriebsunterbrechungsversicherung bzw. Ertragsausfallversicherung ergänzt werden. In diesem Fall erhält der Versicherungsnehmer für einen erheblichen Umsatzausfall seines Shops (etwa aufgrund eines Hackerangriffs oder einer DoS-Attacke) eine finanzielle Kompensation. In der Regel orientiert sich dabei die Leistung des Versicherers an der Ausfallzeit pro Stunde. Dabei gibt es meist auch einen zeitlichen Selbstbehalt (beispielsweise 12 Stunden). Vergleichbar sind diese Leistungserweiterungen mit einer herkömmlichen Betriebsunterbrechungsversicherung (kurz BU), die jedoch nur bei traditionellen Gefahren wie Feuer oder Wasserschäden etc. Versicherungsschutz bietet.