Babyöle im Test: Zwei sind mit Mineralöl verunreinigt

Babyöle im Test: Zwei sind mit Mineralöl verunreinigt

29. November 2020 Aus Von Roland Richert

Das Ergebnis unseres Babyöl-Tests ist erfreulich: Die meisten Produkte sind empfehlenswert. Vom Kauf zweier Babyöle im Test raten wir allerdings ab: Sie enthalten Mineralölbestandteile. Diese haben unserer Ansicht nach nichts in Produkten für Babys zu suchen.

  • Acht Babyöle im Test sind mit „sehr gut“ rundum empfehlenswert.
  • ÖKO-TEST rät vor allem zu Babyölen, die parfümfrei sind.
  • Weil sie Paraffinöl enthalten, raten wir von zwei Babyölen im Test ab. Produkte mit dem Inhaltsstoff, der als „Paraffinum Liquidum“ deklariert ist, sollten Eltern besser meiden.

Mit Ölen lässt sich Babys Po sanft reinigen, sie taugen für die Babymassage und auch als sparsam dosierter Badezusatz. ÖKO-TEST empfiehlt vor allem parfümfreie Babyöle. Weil Babyhaut noch nicht so gut geschützt ist wie die von Erwachsenen, reagiert sie empfindlicher auf Einflüsse von außen, besonders im sensiblen Windelbereich. Also ist es sicherer, auf Parfüm und ätherische Öle zu verzichten.

Babyöl im Test: Penaten, Weleda & Co. im Vergleich

Unser Test von 20 Produkten zeigt: Acht parfümfreie Babyöle sind „sehr gut“. Bedenkliche Duftstoffe, die bespielsweise Allergien auslösen oder sich in Fettgewebe von Tier und Mensch anreichern können, haben wir auch in parfümierten Babyölen nicht gefunden. Von zwei Babyölen im Test raten wir ab, weil sie Paraffinöl enthalten.

Was hat es damit auf sich? In der Liste der Inhaltsstoffe ist Paraffinöl als „Paraffinum Liquidum“ genannt. Solche synthetischen Öle fügen sich nicht so gut ins Gleichgewicht der Haut ein wie natürliche Öle. Zudem können Paraffinöle, die aus Mineralöl hergestellt werden, auch mit bedenklichen Mineralölbestandteilen verunreinigt sein. So hat das von uns beauftragte Labor in beiden Produkten mit Paraffinöl aromatische Mineralölkohlenwasserstoffe (MOAH) nachgewiesen.

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Unter den MOAH können sich auch krebserregende Substanzen befinden. Gesundheitliche Folgen sind laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) durch Mineralölbestandteile in Kosmetika zwar nicht zu erwarten. Wir vertreten dennoch die Auffassung, dass Babys so wenig Kontakt wie möglich mit potenziell gefährlichen Stoffen, in diesem Falle MOAH, haben sollten.

Enorme Preisunterschiede bei Babyölen

Vergleicht man die Babyöle miteinander, fallen auch die enormen Preisunterschiede auf. Manche Babyöle kosten zwanzig Mal mehr als andere. Zumindest teilweise lässt sich das über die Preise für die Rohstoffe erklären. Die günstigsten Produkte im Test enthalten laut Inhaltsstoffliste überwiegend Sonnenblumen-, Soja- oder Paraffinöl als Hauptbestandteil.

Andere Babyöle deklarieren Mandel-, Sesam- oder Aprikosenkernöl als Hauptbestandteile. Sie zählen zu den teureren im Testfeld. Ob teuer oder günstig: Im Test können wir Babyöle in beiden Preisklassen empfehlen.

Tipps zur Pflege mit Babyöl

Wir haben mit Dr. Christoph Liebich, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten in München, gesprochen. Das sind seine Tipps für Eltern:

  • Beim Wickeln: Etwas Öl auf weichem Tuch reinigt Babys Po sanft. „Das reibt und irritiert weniger als ein Waschlappen mit Wasser oder gar Seife.“ Für regelmäßige Hautpflege bevorzugt er aber nicht Öl, sondern Babycreme. „Wenn das Baby erhitzt ist oder gerötete Haut hat, legen sich langsam einziehende Öle auf die Haut wie ein Fettfilm. Das kann sich für das Baby unangenehm anfühlen.“
  • Babyöl als Badezusatz: Einige Tropfen Öl ins Wasser, fertig ist der Badezusatz. Christoph Liebich rät zu Ölen, die auf der Wasseroberfläche schwimmen, also solche ohne Emulgatoren. Vorsicht beim Herausheben: Das Öl macht die Haut des Babys glitschig. Danach nicht kräftig abrubbeln, sondern besser sanft abtupfen und trocknen lassen, wenn es kalt ist, kann ein Föhn unterstützen. „Dann kann das restliche Öl über die feuchte Haut gut einziehen“, sagt der Hautarzt.
  • Wer Babyöle zur Massage verwendet, tupft überschüssiges Öl mit einem Handtuch ab.
  • Vorsicht: Öl sparsam einsetzen und die Haut des Babys im Blick behalten. Falls Nahrungsmittelallergien bestehen, etwa gegen Mandeln, ist auch das Öl entsprechend anzupassen.
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Quelle und Bildrechte: ÖKOTEST

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