AfD-Spendenaffäre weitet sich aus

Die Spendenaffäre um AfD-Fraktionsvorsitzende Alice Weidel und ihren Kreisverband Bodensee zieht weitere Kreise: So hat auch der AfD-Landesverband Nordrhein-Westfalen im Frühjahr 2016 eine fünfstellige Summe von derselben mysteriösen niederländischen Stiftung bekommen wie der Kreisverband von Weidel.

Das bestätigte auf Anfrage der damalige Landeschef und heutige Europa- und Landtagsabgeordnete der Blauen Partei, Markus Pretzell, gegenüber WDR, NDR und „Süddeutscher Zeitung“. Auch der ehemalige Landesschatzmeister Frank Neppe bestätigte den Eingang auf das Spendenkonto des NRW-Landesverbandes.

Die Summe sei binnen weniger Tage zurückgezahlt worden. Nach Angaben Pretzells und Neppes wurde diese Spende direkt dem Bundesschatzmeister der Partei, Klaus Fohrmann, gemeldet. Fohrmann war zunächst wegen einer gerade laufenden Bundesvorstandssitzung zum Fall Weidel nicht zu erreichen, ebenso andere Bundesvorstandsmitglieder. Laut Pretzell und Neppe sei Fohrmann mündlich informiert worden und habe mitentschieden, die Spende umgehend zurück zu überweisen.

Pretzells Angaben zufolge sei die Spende im gleichen Zeitraum eingetroffen, in dem er mit möglichen Sponsoren Gespräche geführt habe, in denen es um die Finanzierung einer gemeinsamen Veranstaltung mit Christian Strache von der österreichischen FPÖ gegangen war. Strache ist inzwischen Vizekanzler in Österreich. Diese Veranstaltung hatte später die Schweizer Goal AG bezahlt – mit dem Geld anderer Geldgeber, wie Goal Chef Alexander Segert nach Bekanntwerden bestätigte.

Die Goal AG arbeitet auch für den umstrittenen Unterstützerverein für Rechtsstaatlichkeit und bürgerliche Freiheiten, der die AfD mit einer millionenschweren Werbekampagne unterstützt. Wer hinter dem niederländischen Spender steht, konnte Pretzell auf Anfrage nicht sagen.

Mehr zum Thema

Print Friendly, PDF & Email