Wie Wohnwagenbesitzer ihr mobiles Zuhause bestmöglich absichern

Auf welche Leistungen kommt es bei einer Campingversicherung an, insbesondere beim Dauercampen? Pfefferminzia liefert Tipps.

Wenn die Sonne höher steigt und damit die Temperaturen angenehmer werden, sind sie wieder auf deutschen Straßen unterwegs: Wohnmobile und Caravans. Camping wird immer beliebter. Im Jahr 2016 verzeichneten die Campingplätze in Deutschland laut Onlineportal Statista 30,5 Millionen Übernachtungen. Vor 15 Jahren waren es noch 21,3 Millionen.

Nicht nur für die Urlaubszeit sind die mobilen Heime sehr beliebt. Auch für die Dauercamper startet im Frühjahr die Freiluftsaison. Denn oft schließen Campingplätze über den Winter. Vor allem in der Nähe von Gewässern drohen in diesen Monaten Überschwemmungen. Auf manchen Plätzen müssen die Wagen daher in ihr Winterlager umziehen. Mit den wärmeren Tagen kommt dann wieder Leben auf die Campingplätze. Die Dauercamper bringen ihre Wagen zurück und richten wieder alles her.

Um sowohl in der bewohnten als auch in der unbewohnten Zeit bei Schäden durch Diebstahl, Sturm, Hagel oder ähnlichem nicht auf den finanziellen Folgen sitzen zu bleiben, empfehlen sich für das zweite Zuhause ähnliche Versicherungen, wie für die Wohnung oder das Haus.

Den Grundstein bildet dabei eine Absicherung des Wohnwagens oder Mobilheims selbst – vergleichbar mit einer Wohngebäudeversicherung. Die zugesagte Deckung umfasst beispielweise Brand, Blitzschlag, Explosion, Sturm und Hagel. Auch Leitungswasserschäden sind meist enthalten. Aber Vorsicht: Für Wagen, die auf der Straße unterwegs sind, und darum eine Zulassung und mindestens eine Kfz-Haftpflichtversicherung besitzen müssen, gelten andere Bedingungen als für Unterkünfte, die ständig auf einem Campingplatz abgestellt und nicht zugelassen sind.

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„Zum Dauercampen werden meist Wohnwagen oder Mobilheime genutzt. Die gibt es in allen möglichen Fahrzeuglängen, mit diversen Grundrissen und unterschiedlichen Ausstattungsvarianten“, sagt Christian Waldheim. „Dauercamper bauen ihre Wagen oftmals mit Vorzelten ein, auch montierte Wetterdächer sind zu finden, oder es wurde ein Carport darüber gebaut“, so der Key Account Manager Maklervertrieb Ost der Oberösterreichischen Versicherung weiter. Einfache Vorzelte mit Zeltgestänge seien dabei im Laufe der Zeit festen Daueranbauten mit Alu- oder Holzprofilen gewichen. Das alles gelte es beim Versicherungsschutz zu berücksichtigen.

Zudem richten sich Dauercamper häuslich ein und wollen auf Komfort oder Luxus nicht verzichten. Daher können eine Inhaltsversicherung und eine Glasbruchversicherung hier Sinn ergeben. „Bei einer Haftpflichtversicherung kann der Versicherungsnehmer eventuell bereits durch seine private geschützt sein. Daher empfiehlt es sich, das vor Abschluss einer Police fürs Campen zu prüfen“, rät der Sachversicherungsexperte.

Einen weiteren Tipp gibt er in puncto Unterhaltungselektronik: „Zwar lassen die meisten Dauercamper keine Wertsachen auf dem Campingplatz. Aber für den Fall, dass es doch einmal geschehen ist und ausgerechnet dann ein Einbrecher zuschlägt, hilft die Hausratversicherung.“ Jedoch merkt Waldheim an, dass auch hierbei die Details entscheidend sind: „Denn ob der Schutz für die unbenutzte Zeit gilt oder nicht, muss im Vertrag definiert sein.“

Während bei den Produkte des ADAC oder der Alten Leipziger beispielsweise der Versicherungsschutz nur auf einem Campingplatz gilt, ist es bei dem Produkt der Oberösterreichischen auch möglich, seinen Wohnwagen zu versichern, wenn dieser auf einem umfriedeten Grundstück abgestellt ist. „Maßgeblich ist hier, dass das versicherte Objekt dauerhaft abgestellt ist“, so Waldheim.

Manchen gefällt das Leben in ihrem Wohnwagen so sehr, dass sie gar keinen anderen Wohnsitz nutzen wollen. Diese Situation kann zu Problemen führen. Denn nicht jeder Betreiber eines Campingplatzes kann, darf oder möchte erlauben, dass seine Gäste ihren Erstwohnsitz bei ihm anmelden. Das kann vielfältige Gründe haben, zum Beispiel die Erschließungsmaßnahmen wie Strom- und Wasseranschluss. Zudem muss die Gemeinde dieser Nutzung zustimmen. Das ist oft nicht möglich, da die Plätze in den Stadtplänen nicht für eine Wohnbebauung vorgesehen sind. Daher sollte bei diesem Wunsch vorab geklärt werden, ob der dauernde Wohnsitz auf dem erwählten Campingplatz überhaupt möglich ist.

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Vielen Dank an die Pfefferminzia

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