Auslands­kranken­versicherung: Gute und preis­werte Tarife für die Reise

Der Reise­schutz ist günstig. Sehr gute Tarife gibt es bereits ab knapp 8 Euro jähr­lich pro Person.

Auslands­kranken­versicherung lohnt sich

Eine Auslands­kranken­versicherung braucht jeder, der die Landes­grenzen verlässt. Die Versicherung über­nimmt die Kosten für eine notwendige Behand­lung und – wenn nötig – auch für den Rück­trans­port. Bei ernsten Erkrankungen oder Verletzungen können enorme Summen zusammen­kommen. Alleine der Rück­trans­port aus Übersee kann Kosten von mehr als zehn­tausend Euro verursachen.

Rück­trans­port: So viel kostet er per Flugzeug

Ein Krankenrück­trans­port in einem speziellen Ambulanz­flugzeug kann ins Geld gehen, etwa aus Thai­land mit sage und schreibe 250 000 Euro. Die Summe hängt von der Entfernung ab und davon, wie aufwendig die medizi­nische Versorgung während des Fluges ist.

Warum der Reisekranken­schutz sinn­voll ist

Gesetzlich Kranken­versicherte sollten vor ihrer Reise unbe­dingt eine zusätzliche Auslands­kranken­versicherung abschließen, auch wenn sie nur inner­halb Europas reisen. Die Krankenkasse zahlt für ambulante und stationäre Behand­lungen, wenn der Versicherte sich in der EU und in Staaten aufhält, mit denen ein Sozial­versicherungs­abkommen besteht.

Aber: Oft rechnen Ärzte im Ausland privat ab, die nächst­gelegene Klinik ist eine Privatklinik oder es gibt einen hohen Eigen­anteil für gesetzlich Versicherte. Die Kasse über­nimmt dann nur einen Teil oder gar nichts, und der Urlauber bleibt auf den Kosten sitzen. In allen anderen Ländern zahlt die Krankenkasse nicht, einen Krankenrück­trans­port zahlt sie nie.

Auch für Privatversicherte kann sich eine Auslands­kranken­versicherung lohnen, da nicht jeder private Kranken­versicherer solch einen Rück­trans­port über­nimmt. Außerdem kann sich ein Privatversicherter, der im Urlaub krank wird, so den möglichen Anspruch auf Beitrags­rück­erstattung am Jahres­ende erhalten.

Reisekranken­versicherungen im Vergleich: Gute Tarife

Die Spitzenreiter aus unserem Vergleich Reisekranken­versicherung sichern ihre Kunden umfassend gegen Risiken ab und bieten ein breites Leistungs­spektrum. Positiv bewertet haben wir unter anderem, wenn Versicherer auf eine Selbst­beteiligung verzichten, der Kunde im Schadens­fall also nicht zuzahlen muss.

Ebenfalls positiv ist, wenn auch „medizi­nisch sinn­volle Rück­trans­porte“ über­nommen werden und nicht nur „medizi­nisch notwendige“. Letzteres bedeutet, dass der Versicherer nur zahlt, wenn die Behand­lung im Urlaubs­land nicht möglich ist.

Wann der Familien­vertrag für ein Paar güns­tiger ist

Ab drei Personen lohnt meist ein Familien­vertrag. Aber auch für Paare kann er güns­tiger sein. Damit Sie schnell heraus­finden, ob die Kombination von zwei Einzel­verträgen oder ein Familien­vertrag für Sie preis­werter ist, haben wir Modell­kunden entwickelt. Sie können in den Tabellen danach sortieren und finden so das beste Angebot für sich: Junges Paar ohne Kinder (25 + 25) und Senioren­paar (70 + 70). Unter Seniorin (70) finden Sie die güns­tigsten Angebote für Ältere, die meist mehr zahlen müssen. Für jüngere Einzel­reisende oder junge Familien gilt jeweils der angegebene Grund­beitrag.

Den alten Vertrag zu kündigen, kann sich lohnen

Unser Test zeigt: Auslands­kranken­versicherungs­tarife sind in den letzten Jahren immer besser geworden. Für Verbraucher mit älteren Verträgen kann es sinn­voll sein, ihren bestehenden Vertrag zu über­prüfen und im Zweifel einen neuen abzu­schließen.

Rück­trans­port: So viel kostet er per Krankenwagen

Selbst wer sich in nicht ganz so fernen Ländern verletzt oder erkrankt und mit einem Krankenwagen wieder nach Hause trans­portiert werden muss, bekommt dafür eine hohe Rechnung, wie das Beispiel zeigt.

Was im Notfall zu tun ist

Für den Notfall ist es ratsam, alle Informationen zur Auslands­kranken­versicherung beisammen zu haben. Reisende schreiben sich am besten vor dem Urlaub einen „Spick­zettel“ und stecken ihn in ihr Hand­gepäck. Damit wissen sie sofort, wie sie ihren Versicherer erreichen und auf was sie achten müssen, um Probleme bei der Schaden­regulierung zu vermeiden.

Wann die Notfall-Rufnummer wählen

An die Notfall-Rufnummer sollten sich Urlauber immer wenden, wenn aufwendige und kost­spielige Behand­lungen etwa ein Kranken­haus­auf­enthalt oder ein Rück­trans­port notwendig werden – und zwar möglichst vor Inan­spruch­nahme der Leistung. Häufig haben die Versicherer Koope­rations­partner im Ausland, die vermitteln. Besser nicht darauf vertrauen, dass die Klinik im Ausland den Kontakt zum Versicherer herstellt, sondern selbst aktiv werden oder Verwandte oder Mitreisende bitten.

Aussagekräftige Belege einfordern

In der Regel geben die Versicherer gegen­über der Klinik eine Kosten­über­nahme­garantie ab, die oft akzeptiert wird. Die Abrechnung findet dann direkt zwischen Kranken­haus und Versicherer statt. Manchmal müssen die Urlauber aber auch selbst in Vorleistung gehen, bei kleineren Behand­lungen ohnehin.

Die Rechnung reichen sie nach ihrer Rück­kehr beim Versicherer ein. Daher ist es wichtig, beim Bezahlen auf nach­voll­zieh­baren Quittungen und medizi­nischen Berichten zu bestehen. Aus ihnen (möglichst in Deutsch oder Eng­lisch) sollten folgende Daten hervorgehen:

  • Daten des Versicherten (Name, Vorname, Geburts­datum)
  • Diagnose
  • Behand­lungs­zeitraum
  • Art der ärzt­lichen Leistungen/Kranken­haus­leistungen
  • Honorar
  • Rezepte/Verordnungen mit Angaben zu Kosten für Medikamente oder verordnete Hilfs­mittel
  • Bei zahn­ärzt­licher Behand­lung: Bezeichnung der behandelten oder provisorisch ersetzten Zähne und jeweils erbrachte Leistungen.

Tipp: Unter­schreiben Sie nichts ohne Rück­sprache mit dem Versicherer. Reichen Sie im Nach­hinein über­höhte Rechnungen ein, müssen Sie eventuell mit Kürzungen bei der Erstattung rechnen.

Mit der Krankenkasse sprechen

Dialysepatienten oder Menschen mit Vorerkrankungen wie Multiple Sklerose und Diabetes sollten ihrer Krankenkasse nach­weisen, dass sie keine private Versicherung für notwendige Behand­lungen ihrer Krankheit im Ausland finden. Sie sollten ein bis drei Ablehnungs­schreiben vorlegen, in denen der Versicherer bestätigt, dass er Behand­lungs­kosten für die chro­nische Krankheit nicht über­nimmt. Dann über­nimmt die Kasse nach Prüfung die Kosten.

Das sagt das Sozialgesetz

Der Schutz von chro­nisch Kranken im Ausland gehört zu den Leistungen der Krankenkassen. Er ist im Sozialgesetz­buch V in Paragraf 18 fest­geschrieben. Für sechs Wochen im Kalender­jahr über­nimmt die Kasse auch außer­halb Europas die medizi­nischen Kosten maximal bis zu der Höhe, in der sie im Inland entstanden wären. Sie springt auch ein, wenn Menschen mit Vorerkrankungen aus schu­lischen oder Studien­gründen einen außer­europäischen Aufenthalt planen.

Tipp: Auch wenn Sie mit der Krankenkasse nun alles geregelt haben: Eine private Auslands­kranken­versicherung brauchen Sie als Chroniker trotzdem. Und zwar für mögliche Notfälle im Ausland, die nichts mit Ihrer Vorerkrankung zu tun haben – seien es Zahn­schmerzen, ein Beinbruch oder die Folgen eines Auto­unfalls.

So prüfen Sie Ihren Reise­schutz

Wenn Sie heraus­finden möchten, ob der Schutz Ihrer bisherigen Auslands­kranken­versicherung ausreicht, sollten Sie sich die Bedingungen zuschi­cken lassen und mit unserem Check durch­gehen. Er nennt die wichtigsten Merkmale eines guten Reise­versicherungs­schutzes. Auslands­kranken­versicherungen auf Kreditkarten bieten meist weniger Leistungen und die auch nur einge­schränkt. Wir raten davon ab, Reise­versicherungen über Reiseportale abzu­schließen.

Check 1: Allgemeine Bedingungen

So prüfen Sie den Leistungs­umfang in jedem Auslands­kranken­versicherungs­vertrag:

  • Verzichtet der Versicherer auf eine verpflichtende Selbst­beteiligung?
  • Zahlt er unbe­fristet bis zur Wieder­herstellung der Trans­port­fähig­keit, auch wenn die versicherte Reisedauer über­schritten ist?
  • Müssen im Schadens­fall vorab keine Ansprüche gegen­über anderen Versicherern, Krankenkassen oder Sozial­versicherungs­trägern geltend gemacht werden?
  • Verzichtet der Versicherer auf Ober­grenzen für eine Erstattung der Krank­heits­kosten?

Check 2: Krankenrück­trans­port

  • Zahlt der Versicherer bereits, wenn ein Rück­trans­port „medizi­nisch sinn­voll und vertret­bar“ ist, mindestens aber, sobald der Kranken­haus­auf­enthalt im Ausland voraus­sicht­lich länger als 14 Tage dauert?
  • Lässt er Sie für eine stationäre Behand­lung sowohl im Urlaubs­land als auch am Wohn­ort in das nächst­gelegene geeignete Kranken­haus bringen?
  • Wird im Falle des Todes während der Reise entweder die Über­führung oder die Bestattung vor Ort bezahlt, mindestens in Höhe von bis zu 10 000 Euro?

Check 3: Medizi­nische Leistungen

  • Sind die Klauseln verständlich und verwendet der Versicherer keine schwammigen Begriffe, wonach nur „unvor­hersehbare“ oder „akute“ Erkrankungen versichert sind?
  • Schließt er die Leistung nur aus, wenn eine Behand­lung aufgrund ärzt­licher Diagnose bereits vor der Reise fest­stand?
  • Wird die Behand­lung von Vorerkrankungen und chro­nischen Erkrankungen nicht pauschal ausgeschlossen und bezahlt der Versicherer mindestens die Behand­lung einer akuten Verschlechterung?
  • Verzichtet der Versicherer auf den generellen Ausschluss einzelner Erkrankungen?
  • Ist die Behand­lung psychischer Erkrankungen nicht generell ausgeschlossen, außer Psycho­therapie und Psycho­analyse?
  • Sind Sport­verletzungen mitversichert?
  • Zahlt der Versicherer für notwendige Hilfs­mittel etwa Krücken?
  • Bezahlt er die Behand­lung von akuten Schwanger­schafts­komplikationen sowie Fehl- und Früh­geburten?
  • Über­nimmt er neben schmerz­stillender Zahnbe­hand­lung auch die Kosten für einen provisorischen Zahn­ersatz?

Check 4: Leistungen für Schäden durch Krieg, Unruhen, Pandemien, Kern­energie

  • Verweigert der Versicherer die Leistungen ausschließ­lich, wenn es vor Reiseantritt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes gab oder wenn Versicherte sich aktiv an den Unruhen beteiligen?
  • Setzt er keine starren Fristen zum Verlassen des Landes, wenn über­raschend Unruhen ausbrechen?
  • Leistet der Versicherer auch bei Pandemien wie Corona?
  • Leistet er nach einem Atom­unfall?

Check 5: Schutz über die Kreditkarte

Sie haben eine Auslands­kranken­versicherung über die Kreditkarte? Klären Sie am besten folgende Fragen:

  • Beinhaltet die Kreditkarte über­haupt eine Auslands­reisekranken­versicherung? Einige Kreditkarten tragen Zusätze wie „Reise“ oder „Travel“ im Namen oder werden von Reise­ver­anstaltern angeboten. Verlassen Sie sich nicht darauf, dass solche Karten umfäng­lichen Schutz auf Reisen bieten. Manchmal ist über solche Karten nur der Reiser­ücktritt versichert.
  • Wer ist versichert und bis zu welchem Alter? Nur der Karten­inhaber oder auch Familien­mitglieder? Sind diese geschützt, wenn sie ohne den Karten­inhaber verreisen?
  • Reicht der Schutz für die geplante Reisedauer? Und sind auch Reisen versichert, die nicht mit der Karte bezahlt wurden?

Doppelt versichert ist nicht schlimm

Haben Sie ermittelt, dass Ihr alter Vertrag Lücken hat, kündigen Sie diesen und suchen in unserem Vergleich Auslandskrankenversicherung für Urlaubs­reisen – Jahres­verträge für Reisen mit einer Dauer von sechs bis zehn Wochen – einen neuen, besseren Tarif. Sind Sie ein paar Tage oder Wochen doppel­versichert, ist das nicht weiter schlimm. Im Schadens­fall muss Ihr neuer Versicherer das aber wissen. Bei einer Auslands­kranken­versicherung über Ihre Kreditkarte schließen Sie im Zweifel besser eine zusätzliche Police ab. Die besten finden Sie in unserem Vergleich Auslandskrankenversicherung.

Quelle: Stiftung Warentest

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