Auch bei steigenden Preisen den Durch­blick behalten

Nur Vergleichs­portale listen aktuelle Preise für Strom- und Gast­arife. Die Stiftung Warentest hat acht untersucht und zeigt, wie Sie mit ihnen güns­tige Tarife finden.

 

Sorgen wegen der Preissteigerungen

Viele Kundinnen und Kunden sorgen sich, weil die Strom- und Gaspreise rasant steigen. Allein bis ­August sind die Einfuhr­preise für Erdgas verglichen mit August 2020 um 134 Prozent gestiegen, ermittelte das Bundes­amt für ­Wirt­schaft und Ausfuhr­kontrolle. Und auch die Strom­preise steigen. Viele Haushalte haben schon eine Preis­erhöhung für Strom oder Gas erhalten.

Der Wechsel in einen güns­tigeren Tarif ist oft eine gute Lösung. Unser Test von acht Vergleichs­portalen zeigt, dass sie für einen Preis­vergleich erste Wahl sind. Denn nur bei den Portalen finden Haushalte verläss­lich aktuelle Preise und Tarifbedingungen. Wer also Wert auf den güns­tigsten Preis legt, oder nach einer Preis­erhöhung einfach nach­schauen möchte, ob es güns­tigere Tarife für sein Post­leitzahlen­gebiet gibt, ist hier richtig.

 

Durch­schnitt­licher Monats­preis kann verwirren

Wer einen güns­tigen Tarif sucht, möchte wissen, wie hoch sein monatlicher Abschlag voraus­sicht­lich sein wird. Doch das zeigt Verivox über­haupt nicht und Check24 erst, nachdem man ein weiteres Fenster öffnet. Beide sortieren die Ergeb­nisliste nach dem monatlichen Durch­schnitts­preis. Das ist der Preis minus aller Neukundenboni. Diese werden jedoch oft erst am Ende der Erst­vertrags­lauf­zeit in der Jahres­rechnung berück­sichtigt. Den monatlichen Zahl­betrag senken sie nicht.

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Beispiel: Differenz von 30 Euro monatlich

Wie groß die Differenz zwischen monat­lichem Durch­schnitts­preis und monatlichem Abschlag sein kann, zeigt dieses Beispiel: Ein Berliner Haushalt mit einem jähr­lichen Strom­verbrauch von 3 500 Kilowatt­stunden sieht am 19. Oktober 2021 bei Verivox einen Tarif mit einem „Durch­schnitts­preis pro Monat“ von 101 Euro. Der voraus­sicht­liche monatliche Abschlag beträgt aber 131 Euro.

Nur wer sich bei Verivox die Mühe macht, den Gesamt­preis ohne Bonus durch zwölf zu teilen, erfährt, wie viel er voraus­sicht­lich monatlich zahlen wird. Check24 nennt immerhin den monatlichen Abschlag, sofern der Kunde ein kleines graues Info­zeichen anklickt. Für diese Darstellung gab es keine volle Punkt­zahl. Trans­parenter wäre, den voraus­sicht­lichen monatlichen Abschlag prominent in der Ergeb­nisliste auszuweisen. Dieses Problem war vor allem im Unter­suchungs­zeitraum relevant. Derzeit sind Tarife mit Bonus seltener und es gibt nur noch selten eine Abweichung zwischen monatlichem Durch­schnitts­preis und dem voraus­sicht­lichen Abschlag pro Monat.

 

Individuelle Ersparnis ermitteln

Bei Check24 und Finanztip können Kunden ihre individuelle Ersparnis ermitteln, indem sie ihren ­aktuellen Preis dort eingeben. Finanztip fragt dies gleich bei der Einstiegs­suche ab. Check24 versteckt diese wichtige Funk­tion ein wenig. Kundinnen und Kunden müssen bei Check24, nachdem sie die Suche gestartet haben, den blauen Stift oben über den Sucher­gebnissen ankli­cken. Dann geht ein Fenster auf, in das sie ihren individuellen Preis eingeben können. Diese Funk­tion bei Finanztip oder Check24 eignet sich gut, um bei einer Preis­erhöhung zu prüfen, ob es güns­tigere Tarife gibt.

 

Preis­niveau nicht bewertet

Die Stiftung Warentest bewertet nicht das Preis­niveau eines Portals. Denn auch Tarifbedingungen und Service spielen eine Rolle. Einige Portale listen etwa bestimmte güns­tige Strom- und Gaslieferanten (Discounter) nicht, die durch kundenunfreundliches Verhalten aufgefallen sind. Daher kann ihr Preis­niveau etwas höher sein. Finanztip wirbt etwa mit dem Ausschluss von Problemanbietern. Strom­auskunft verspricht mit der Voreinstellung „Deutsch­lands beste Strom­anbieter“ sogar, „ausschließ­lich faire, seriöse und sichere Strom­anbieter“ zu empfehlen.

Quelle: Stiftung Warentest

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