Bonustarife: Nur für Vielwechsler geeignet

Bonustarife: Nur für Vielwechsler geeignet

Das Wichtigste in Kürze:

  • Bonustarife sind bestenfalls im ersten Lieferjahr finanziell attraktiv. Nur wer danach sofort wieder wechselt, kann unterm Strich einen echten Vorteil mitnehmen.
  • Tarife mit Bonusauszahlungen sind im Kleingedruckten oft durch Voraussetzungen eingeschränkt. Prüfen Sie vorab, ob die Bedingungen verständlich formuliert sind und ob Sie diese Bedingungen überhaupt erfüllen können.
  • Halten Sie nach, ob Sie einen versprochenen Bonus wirklich erhalten haben und ob auch die Höhe stimmt.

Wer einen Tarif mit Bonus wählen möchte, sollte Folgendes beachten:

1. Die mögliche Ersparnis durch einen Bonus besteht nur für eine bestimmte Erstlieferzeit (von meist einem Jahr). Man sollte also von vornherein die Prüfung eines erneuten Tarif- oder Anbieterwechsels innerhalb eines Jahres einplanen.

Arbeitspreis und Grundpreis sind bei Tarifen mit hohem Bonus häufig nicht besonders günstig. Die Ersparnis ergibt sich lediglich aus den Bonuszahlungen. Im zweiten Belieferungsjahr kann der Tarif im schlimmsten Fall sogar teurer sein als derjenige, aus dem ein Kunde gewechselt ist. Die Versorger rechnen mit der Trägheit der Verbraucher und hoffen, dass ein erneuter Anbieterwechsel ausbleibt. So kommen sie im zweiten Belieferungsjahr auf ihre Kosten. Den größten wirtschaftlichen Vorteil von einem solchen Bonustarif haben Verbraucher also, wenn sie zum Ende des ersten Vertragsjahrs kündigen. Bonustarife mit einer Laufzeit von zwei Jahren, bei denen diese strategisch sinnvolle Kündigung gar nicht möglich ist, sollten deshalb besonders kritisch hinterfragt werden.

2. Der vom Anbieter bzw. vom Tarifrechner vorgegebene Preisvorteil besteht nur dann, wenn der Bonus auch tatsächlich in voller Höhe ausgezahlt wird.

Die meisten Anbieter gewähren die Zahlung eines Bonus nur unter bestimmten Voraussetzungen. Ein Blick in die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) des Tarifs ist daher bei Bonustarifen unbedingt erforderlich.

Einen Tarif mit Bonus sollten Sie nur abschließen, wenn die Bedingungen für die Gewährung des Bonus klar und verständlich sind. Gibt es hier schon Unklarheiten oder Verständnisfragen, ist abzuraten. Manche Anbieter zahlen zum Beispiel keinen Bonus, wenn man während der Belieferungszeit umzieht, oder sie gewähren eine prozentuale Vergünstigung nicht auf den Gesamtpreis, sondern zum Beispiel nur auf den Arbeitspreis. Die Höhe des Bonus ist oftmals an den Verbrauch gekoppelt. Der zum Beispiel über einen Tarifrechner ausgewiesene Bonus orientiert sich am eingegebenen Wert für den Vorjahresverbrauch. Liegt der Verbrauch im ersten Lieferjahr niedriger, kann dies auch den Bonus verkleinern.

Wichtig ist zudem die Unterscheidung zwischen Mindestlieferzeit und Vertragslaufzeit.

In der Regel setzt die Gewährung eines Bonus eine Mindestlieferzeit (von meist einem Jahr) voraus. Eine Kündigung zum Ende der Mindestlieferzeit ist aber nur möglich, wenn Vertragslaufzeit und Lieferzeit aufeinander abgestimmt sind und die AGB vorsehen, dass eine Kündigung zum Ablauf des ersten Lieferjahres möglich ist. Die AGB sollten deshalb darauf hin geprüft werden, ob gegebenenfalls eine Kündigung zum Ablauf der für den Bonus erforderlichen Mindestlieferzeit, das heißt in der Regel zum Ablauf des ersten Lieferjahres, möglich ist.

Boni lassen sich unterscheiden in einen so genannten Sofortbonus, der mehrere Wochen nach Lieferbeginn gezahlt wird,  und einen Neukundenbonus, der auf der ersten Jahresrechnung wirksam wird. Beide können an den Verbrauch gekoppelt sein. So kann ein bereits ausgezahlter Sofortbonus-Betrag in der ersten Jahresrechnung wieder verrechnet werden, wenn der Verbrauch niedriger ausgefallen ist.

Zurzeit erreichen uns vermehrt Verbraucherbeschwerden, dass der Bonus nur nach Aufforderung ausgezahlt und /oder falsch berechnet wurde. Selbst wenn der Bonus auf der Jahresrechnung erschien, wurde er in mehreren Fällen nicht überwiesen. Überprüfen Sie daher, ob Sie den Bonus wirklich in der vereinbarten Höhe erhalten haben!

Vielen Dank an die Verbraucherzentrale

 

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